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Kinder mit Asthma falsch behandelt

Wenn sich bei Kindern mit Asthma bronchiale die Atemwegssymptomatik verschlechtert, werden häufig unnötigerweise Antibiotika verordnet. Experten plädieren für eine strenge Indikationsstellung.

Kinder mit Asthma werden deutlich häufiger Antibiotika verschrieben als ihren Altersgenossen ohne Asthma. Das ist das Fazit der Studie, die Dr. Esmé Baan von der Universität Rotterdam (Niederlande) letztes Jahr auf dem Europäischen Pneumologenkongress (ERS) in Mailand vorstellte. Für ihre Studie haben die Forscher die Daten von fast zwei Millionen
britischen und niederländischen Kindern zwischen fünf und 18 Jahren ausgewertet, darunter rund 180.000 Asthma-Patienten.*
Die Exazerbation eines Asthma bronchiale ist keine Indikation für Antibiotika, denn nur sehr selten liegt eine bakterielle Infektion zugrunde. In dieser Empfehlung sind sich internationale Leitlinien einig. Doch wird den Leitlinien oft nicht Folge geleistet, wie diese Studie belegt: Von 1.000 holländischen Kindern mit Asthma bekamen jährlich 178 ein Antibiotikum. Bei Kindern ohne Asthma waren es nur 131. Dass in den Niederlanden grundsätzlich wesentlich seltener zur Antibiose gegriffen wird, zeigen die Zahlen aus Großbritannien – sie belegen den gleichen Trend auf in etwa doppelt so hohem Niveau: Dort bekamen 374 von 1.000 Kindern mit Asthma Antibiotika und nur 250 von 1.000 Kindern ohne Asthma.

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