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Mag. Martina Anditsch

Analgetika-Interaktionen vorbeugen

Bei Schmerzmitteln gilt es, Nutzen und Risiko abzuwägen. Wie das gelingen kann, erläutert Mag. Martina Anditsch, Leiterin der KH-Apotheke im AKH Wien. (Pharmaceutical Tribune 18/18) 

Anditsch: „Idealerweise schaut man präventiv, welches Präparat das geringste Interaktionspotenzial beim Patienten hat.“

Die nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR) sind nicht nur die gängigsten Analgetika. „Das ist auch die Substanzgruppe, die sicherlich die meisten Kontraindikationen, Nebenwirkungen und das höchste Interaktionspotenzial in der Multimedikation hat“, sagt Mag. Martina Anditsch, aHPh, Leiterin der Krankenhausapotheke im AKH Wien, im Vorfeld der Zentralen Fortbildung. Pharmakodynamisch gesehen stehe an „absolut erster Stelle“ das erhöhte Blutungsrisiko, v.a. im Gastrointestinaltrakt: „Die gleichzeitige PPI-Einnahme schützt nur vor Magenblutungen, nicht vor Darmblutungen – im Gegenteil, die darmschädigende Wirkung der PPI wird hier noch verstärkt.“ Neben dem bekannten Interaktionspotenzial mit Thrombozytenaggregationshemmern dürfe man nicht auf die DOAKs (direkte orale Antikoagulanzien) vergessen, die das gleiche verstärkte Blutungsrisiko wie die Vitamin-K-Antagonisten haben, wenn man sie mit NSAR kombiniert.

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