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EMA: Say hello, wave goodbye

BREXIT: Ab April wird Amsterdam die neue Wirkungsstätte der Europäischen Arzneimittel­agentur (EMA) sein. Der Abschied von London erfolgte bereits jetzt.

Bereits zwei Monate vor dem geplanten Brexit hat die EMA Ende Jänner in London ihre Tore geschlossen. Großbritannien verliere damit laut der Zeitung „The Guardian“ 900 Arbeitsplätze. Wie und ob sich der Ortswechsel auf den holländischen Arbeitsmarkt niederschlägt, bleibt ungewiss. So werden in den nächsten Wochen fast alle bisherigen Mitarbeiter mit ihren Familien am neuen Standort in Amsterdam ihre Zelte aufschlagen.
Arbeiten werden diese zunächst in einem elf Stockwerke hohen Gebäude im Westen der Stadt. Die neue Zentrale wird
zurzeit im Finanzzentrum von Amsterdam gebaut und soll im November bezugsfertig sein. Ein sogenannter „Business Continuity Plan“ stellt dabei sicher, dass die Kernaktivitäten der Agentur trotz des Umzugs reibungslos weiterlaufen können.

Branche verunsichert

Nichtdestotrotz machen Pharmaverbände indes Stimmung. Der Bundesverband der Arzneimittel-­Hersteller Deutschland (BAH) warnt im Falle eines ungeordneten Brexits vor Engpässen bei Medikamenten. So würde fast jedes vierte Arzneimittel für die EU in Großbritannien freigegeben und dort in den Verkehr gebracht. Ohne Übergangsphase oder Regelungen für die komplexen Lieferketten für Arzneien könne die Versorgung laut BAH in Großbritannien und der EU empfindlich gestört werden. Ein ähnliches Szenario zeichnet der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI), wenn es kein Abkommen geben sollte. Medikamente, die für ganz Europa zugelassen würden, dürften von „jetzt auf gleich“ nicht mehr in Europa vertrieben werden. Großbritannien würde zum Drittstaat, inklusive damit verbundener Zölle und weiterer Beschränkungen. Kalmierende Töne kommen dagegen vom Verband Forschender Arzneimittelhersteller (vfa). Jährlich würden eine Milliarde Arzneimittelpackungen zwischen Großbritannien und der EU gehandelt. Von Engpässen wäre laut vfa vor allem Großbritannien viel stärker betroffen. Das Land könne einen „Stresstest für das Gesundheitssystem“ wesentlich schwerer weg­stecken als die EU. ■

Quellen: apotheke adhoc, DAZ, Spiegel online

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