Home / Medizin / Medizin / Gratis Grippe impfen in der Bim

|

Gratis Grippe impfen in der Bim

Ab 1. Oktober 2020 startet in Wien eine Gratis-Impfaktion gegen Grippe. Die Durchimpfungsrate soll sich damit verdreifachen und so die Ressourcen im Corona-Herbst schonen. Die Stadt hat schon im Frühjahr 400.000 Influenza-Impfdosen bestellt, die Verteilung übernehmen Apotheken. Geimpft wird bei Hausärzten, in Ambulatorien, Impfzentren – und in einer eigenen „Impf-Bim“.


Wer geimpft sei, erkranke nicht mehr schwer an der Grippe und müsse folglich auch nicht ins Spital: „Dadurch bleiben die Ressourcen frei für andere schwere Erkrankungen – vor allem für schwere Verläufe mit einer COVID-19-Infektion“, betonen SP-Bürgermeister Dr. Michael Ludwig und sein Gesundheitsstadtrat Peter Hacker unisono Mitte September bei einer Pressekonferenz.

Zielgruppen: Ältere, Kinder, Gesundheitspersonal

„Das Angebot der Gratis-Grippeimpfung gilt für alle in der Stadt lebende Menschen“, stellt der Bürgermeister klar, „vor allem aber für jene, die einer der sogenannten Risikogruppen angehören, also ältere Menschen.“ Diese werden in den kommenden Tagen per Brief auf die Aktion aufmerksam gemacht. Zielgruppe seien außerdem Kinder, da die Wissensschaft zeige, dass gerade sie bei der Influenza „Superspreader“ sind. Weiters ist die Impfung für Personal in Gesundheitsberufen gedacht.

Bereits im Frühjahr hat Wien 400.000 Impfdosen für die Grippe-Impfung bestellt – dreimal so viele wie in den letzten Jahren. Die Gratis-Aktion beginnt am 1. Oktober 2020 – rechtzeitig vor dem statistischen „Peak“ der Grippe-Erkrankungen im Jänner und Februar – und läuft bis Ende März 2021. „In der anstehenden Grippesaison soll rund ein Viertel der Wiener Bevölkerung gegen die Grippe geimpft sein“, so das ambitionierte Ziel des Bürgermeisters. Da die Symptome der Grippe wie etwa Fieber und Atembeschwerden jenen von Corona ähneln, sei die Impfung besonders in Zeiten von Corona wichtig, um Ressourcen in Spitälern und bei SARS-CoV-2-Tests zu schonen.

Ärzte-Chef: „Glauben Sie mir, seither lasse ich mich impfen“

Für die kostenlose Impfaktion gegen Influenza haben auch Ärztekammer-Präsident a.o. Univ.-Prof. Dr. Thomas Szekeres, dessen Vizepräsident und Niedergelassenen-Kurienobmann Dr. Johannes Steinhart und der Präsident der Landesgeschäftsstelle Wien der Österreichischen Apothekerkammer, Priv.-Doz. Mag. DDr. Philipp Saiko, geworben.

Szekeres berichtet laut APA, vor etlichen Jahren selbst die Influenza durchgemacht zu haben: „Glauben Sie mir, seither lasse ich mich regelmäßig impfen.“ Man schütze ja damit auch seine Mitmenschen, nicht nur sich selbst. Steinhart erinnert daran, dass Impfen die beste Vorsorge sei, da pro Saison fünf bis zehn Prozent der Erwachsenen und bis zu einem Fünftel der Kinder an der Grippe erkranken würden.

Impfen am Karlsplatz, bei der Kennedybrücke und am Schwedenplatz

Um den Wienern die Impfung schmackhaft zu machen, hat sich die Stadt einen besonders niederschwelligen Zugang einfallen lassen: Eine eigens umgebaute „Impf-Bim“ macht ab Oktober an stark frequentierten Stationen Halt und bietet Impfungen direkt im Zug an: etwa am Karlsplatz, bei der Kennedybrücke in Hietzing oder am Schwedenplatz.

In Zusammenarbeit mit Ärztekammer sowie Apothekerkammer gibt es die Gratis-Impfung flächendeckend bei zahlreichen niedergelassenen Ärzten in der ganzen Stadt. Zudem hat die Stadt Wien extra sieben Impfzentren und 37 Impfstraßen eingerichtet. Ferner kann man sich in den Ambulatorien der Österreichischen Gebietskrankenkasse (ÖGK) impfen lassen, ebenso im Sanatorium Hera am Alsergrund. Auch in Krankenhäusern, Pensionisten- und Pflegewohnhäusern oder Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen wird es die Gratis-Impfung laut Hacker geben.

Täglich bis zu 3.000 Menschen

Alleine bei den öffentlichen Impfstraßen und Impfstellen könnten bis zu 3.000 Menschen täglich gegen Grippe geimpft werden, erklärt der Bürgermeister. Voraussetzung ist – außer bei der Bim – eine Anmeldung über www.impfservice.wien oder über die Gesundheits-Hotline 1450. Zeit und Ort würden bei der Anmeldung vereinbart, am Tag vor der Impfung gebe es noch als Service eine Erinnerungs-SMS. Damit wolle Wien die Grippe-Impfung „einfach, kundenfreundlich und effizient“ gestalten, sagt Hacker.
Verteilung übernehmen Apotheken
Die Verteilung des Impfstoffes übernehmen die Apotheken, sie werden direkt an die niedergelassenen Ärzte verteilt. Diese können über eine Web-Maske den Bedarf anmelden: „Damit ist Missbrauch ausgeschlossen und die Stadt behält die Anzahl der ausgegebenen Impf-Dosen im Auge“, ergänzt Apothekerkammer-Präsident Saiko.

LOGIN