Home / Apothekenalltag / Allgemeinmedizin / Ist Daniel Düsentrieb etwa Apotheker?

Ist Daniel Düsentrieb etwa Apotheker?

Mag. Karoline Sindelar, Msc
Landesvorsitzende Wien, FORUM!pharmazie

Wir ApothekerInnen sind ja speziell in der aktuellen Situation für unsere Flexibilität und unseren vielfältigen Einsatz bekannt. Oft erfordert die momentane Krisenlage einiges an Kreativität und Erfindungsreichtum, um sich den ständig ändernden Anforderungen, die fast täglich an uns gestellt werden, anpassen zu können. Einfallsreich waren wir ApothekerInnen allerdings immer schon, denn einige der größten Erfindungen des täglichen Gebrauchs gehen auf ApothekerInnen zurück.

So entwickelte der amerikanische Apotheker John S. Pemberton 1886 das bis heute sehr beliebte Cola. Eigentlich war Pemberton auf der Suche nach einem Stärkungsmittel und Opiumersatz, da er selbst nach einer Beinverletzung im Bürgerkrieg unter starken Schmerzen (und wahrscheinlich Morphinsucht) litt. Die ursprüngliche Arznei bestand aus medizinischem Wein und einem Extrakt der Colanuss. Da Alkohol im Zuge der Prohibition jedoch verboten worden war, ersetzte Pemberton diesen durch Soda und damit war das heutige Cola geboren. Zugelassen wurde es später für Kopfschmerzen und Müdigkeit.

Auch ein Stoff der die Welt zusammenhält wurde von einem Apotheker erfunden, nämlich von August Fischer, der im Jahr 1932 den Klebstoff (UHU®) neu erfand. Klebstoff war bis dahin eine eher stinkende, patzige Angelegenheit, wurde er doch aus ausgekochten Fischteilen und Tiermehl hergestellt. Der damals neue, farblose Klebstoff aus Apotheker Fischers Labor ist eine, nicht mehr wegzudenkende Errungenschaft; sogar Teile des Korpus der Hindenburg waren mit UHU® geklebt worden. Als der Lärm in den Städten Anfang des 20. Jahrhunderts stetig anstieg, erfand der Berliner Apotheker Maximilian Negwer Ohropax®. Nach einigen Versuchen mit Bienenwachs, welches aber schnell ranzig oder bröckelig wurde, erfand er schließlich die einzigartige Mischung aus Vaseline und in Paraffin getränkter Watte, die uns auch heute noch vor unangenehmen Geräuschen schützt. Apothekerische Erfindungen sind auch in der Küche zu finden, wie zum Beispiel Backpulver oder Ovomaltine. 1893 erfand der deutsche Apotheker Dr. August Oetker ein haltbares, geschmacksneutrales Backtriebmittel, das er „Backin“ nannte. Später wurde daraus „Dr. Oetkers Backpulver“, das auch heute noch für flaumige, luftige Gebäckstücke sorgt. Nach vielen fehlgeschlagenen Versuchen schaffte es die pharmazeutische Firma Wander AG 1903 ein kraftspendendes Nährmittel namens Maltosan auf den Markt zu bringen. Heute als Ovomaltine bekannt, wurde es damals noch ausschließlich über Apotheken vertrieben.

Neben diesen Erfindungen sind es auch Apotheker gewesen, denen wir Streichhölzer, Feuerzeuge, Heftpflaster und sogar die einheitliche Klassifizierung von Wolken (Cumulus, Stratus, …) verdanken.

In diesem Sinn macht es mich umso mehr stolz Apothekerin zu sein und ich bin sicher, dass wir mit ein Wenig Erfindergeist und Einfallsreichtum auch die kommenden Monate bewältigen werden!

LOGIN