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Habt´s noch Tests?

… kaum einen Satz haben wir dieser Tage öfter gehört. Viele Apotheken werden derzeit richtiggehend gestürmt, und die Menschenschlangen vor den Betrieben sprechen Bände. Alle wollen die Gratis-Tests aus der Apotheke oder die Gratis-Testung in der Apotheke. Verschärfend kommt hinzu, dass es in letzter Zeit bei den Gratis-Wohnzimmertests massive Lieferprobleme gibt; Grund sind die „Weltmarkt-Logistik“ der Hersteller sowie langwierige Zollabfertigungen. Deshalb sind die ApothekerInnen als erste AnsprechpartnerInnen für ihre KundInnen und PatientInnen hier zusätzlich gefordert, „die Wogen zu glätten“ und Aufklärungsarbeit zu leisten.

Mag. pharm. Raimund Podroschko, Präsident des VAAÖ, des Verbandes Angestellter Apotheker Österreichs

„Wie schaffen das die Apotheker eigentlich?“ ist eine häufig gestellte Frage von Nicht-ApothekerInnen.

Das ist gar kein Geheimnis: Man nehme ein (fast) perfekt funktionierendes System mit österreichweiter Flächendeckung, eine bestens etablierte Logistik und vor allem eines: ApothekerInnen mit höchster Expertise und Problemlösungskompetenz, die für ihre KundInnen und PatientInnen ihr Bestes geben und Unglaubliches leisten.

Wir „mosern“ nicht, dass etwas nicht geht, sondern machen es möglich, einfach indem wir unsere Ressourcen und den gesunden Menschenverstand einsetzen. Nur so können wir diese Mammutaufgaben meistern. Wir angestellten ApothekerInnen sind derzeit mit vielen zusätzlichen Aufgaben, kritischen Situationen und auch Gesundheitsgefahren konfrontiert; wir vom VAAÖ arbeiten daran, dass sich die Anerkennung dafür nicht nur in lobenden Worten äußert.

Immerhin werden – sofern es mit den Lieferungen klappt – pro Tag österreichweit rund eine Million Tests abgegeben, inkl. Umpacken, Logistik, Bürokratie, Sicherung des „Nachschubs“ und der so wichtigen Kommunikation. Darüber hinaus konnten mit den Testungen in den Apotheken bis dato über 400 Corona-Positive identifiziert werden. Und so ganz „nebenbei“ lassen sich die ApothekerInnen gleich selbst impfen. Immerhin haben rund 80 Prozent der ApothekenmitarbeiterInnen in Österreich die Absicht, sich gegen COVID-19 impfen zu lassen.

Unser Slogan „Wir bleiben da. Für Sie.“ ist in den Köpfen der Menschen mittlerweile fest verankert, einfach weil er der Wahrheit entspricht.

Erfreulich ist, dass unsere Leistungen und unser Engagement nun auch von der (Gesundheits-)Politik erkannt werden. Deshalb ist es uns in den Verhandlungen mit der Regierung auch gelungen, dass mit der Durchführung der Gratis-COVID-19-Tests in der Apotheke zum ersten Mal eine spezifizierte Dienstleistung von uns ApothekerInnen entsprechend abgegolten wird – ein weiterer Schritt in unserer Strategie, unseren Beruf durch das Angebot standardisierter, hochwertiger und auch honorierter Dienstleistungen zukunftsfit zu machen.

Der große Erfolg dieser „Test-Angebote“ und die hohe Akzeptanz seitens der Bevölkerung zeigen, dass die Einbindung der ApothekerInnen der beste Weg ist, um systematisch, flächendeckend und zuverlässig an die Menschen in Österreich „heranzukommen“.

Es finden derzeit Wirtschaftsverhandlungen mit dem Dachverband statt. Darin setzen wir uns sehr dafür ein, dass dieses erfolgreiche Beispiel als „Pilotprojekt“ für weitere Angebote dieser Art wie z.B. die Medikationsanalyse herangezogen wird.

Das alles ist Ihnen, liebe KollegInnen, Ihrem Einsatz und Ihrer Verlässlichkeit zu verdanken. Da kann ich nur sagen: Chapeau! Dankeschön und bleiben Sie gesund!

Bei diesem Beitrag handelt es sich um einen Gastkommentar, für den der jeweilige Autor verantwortlich ist; die Beiträge geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und Herausgeber wieder.

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