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Corona als Motor für den Apothekerberuf

Die Corona-Krise hat die erste bezahlte Dienstleistung in der Apotheke ermöglicht, viele weitere werden in Zukunft folgen, und daran arbeiten wir!

Zugegeben: Es ist nicht leicht, der Corona-Pandemie etwas Positives abzugewinnen. Vielen Menschen fällt auch beim langen Nachdenken nichts dazu ein – oftmals zu Recht. Bei uns Apothekerinnen und Apothekern ist es anders. Nicht, dass wir uns über COVID-19 freuen würden, aber die seit mehr als einem Jahre dauernde Misere hat unserem Berufsstand positive Impulse gegeben.

Susanne-Ergott-Badawi

Mag. Susanne Ergott-Badawi, Präsidiumsmitglied der Österreichischen Apothekerkammer

Welche Impulse sind das? Zunächst ist es das Standing der Apothekerschaft in der Gesellschaft. Unser Image war zwar schon immer hervorragend – zahlreiche Umfragen belegen das, aber mit Corona als Motor stehen wir ganz im Fokus der öffentlichen Wahrnehmung. Wer ist immer, auch in Krisenzeiten, rund um die Uhr, ohne Feiertage und ohne Kompromisse, für die Menschen da? Das waren und sind ausschließlich wir. Das erleben die verunsicherten Menschen hautnah. Und sie honorieren es.

Ein weiterer Impuls, den die Pandemie gesetzt hat: Corona fungiert als eine Art Induktor für die Etablierung bestimmter Apotheker-Dienstleistungen, gemeint ist zum Beispiel das Impfen in der Apotheke. Seit mehr als vier Jahren arbeiten wir daran, jetzt bringt die Pandemie den Durchbruch – oder bereitet diesem zumindest den Weg.

Und noch ein Beispiel für COVID-19 als „Türöffner“: Apothekerinnen und Apotheker erbringen zahlreiche Dienstleistungen und Vorsorgemaßnahmen, erwähnt seien exemplarisch Blutdruck- und Blutzuckermessungen sowie die Raucherberatung. Doch müssen wir diese Leistungen bis dato als unbezahlt verbuchen. Nicht so beim neuen COVID-19-Antigentest. Dieser wird uns finanziell abgegolten. Es handelt sich um die erste apothekerliche Dienstleistung, die uns Pharmazeutinnen und Pharmazeuten zur Gänze abgegolten wird. Möge dieses jüngste Beispiel einer gerechten Entlohnung Schule machen!

Corona ist dabei, die Gesellschaft umzukrempeln. Auch unser Beruf unterliegt seit rund einem Jahr einem Wandel. Es ist ein Wandel ganz in unserem Sinne. Die Apotheke gewinnt mehr und mehr an Ansehen und entwickelt sich zum Allround-Gesundheitsdienstleister. Es ist zu hoffen, dass sich diese Entwicklung fortsetzt – weg vom reinen Verkauf, hin zur personalisierten spezifischen Beratung, auch in Form von bezahlten Dienstleistungen, wie zum Beispiel der „Medikationsanalyse“.

Bei diesem Beitrag handelt es sich um einen Gastkommentar, für den der jeweilige Autor verantwortlich ist; die Beiträge geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und Herausgeber wieder.

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