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Weltweit über 1 Mrd. Impfdosen verabreicht; WHO: Wenig Wissen über Gefährlichkeit von indischer Variante

++ Covid-19: Weltweit eine Milliarde Impfdosen verabreicht – WHO: Wenig Wissen über Gefährlichkeit von indischer Variante – Geimpfte sind weniger ansteckend als nicht Geimpfte – Tiroler Spray tötet offenbar Viren im Mund – OÖ setzt bei Fallhäufungen in Schulen auf PCR-Gurgeltests – B1.1.7-E484K-Fälle in Tirol nehmen weiter stark ab ++

Weltweit eine Milliarde Impfdosen verabreicht

Rund fünf Monate nach dem Beginn der ersten Corona-Impfprogramme hat die Zahl der verabreichten Impfdosen die Marke von einer Milliarde überschritten. Laut einer auf offiziellen Daten basierenden Zählung der Nachrichtenagentur AFP wurden bis Samstagabend (24.4.) weltweit gut 1,002 Milliarden Spritzen mit Corona-Impfstoff injiziert. Mehr als die Hälfte davon entfallen auf die drei Länder USA, China und Indien.

Gemessen an der Bevölkerungszahl liegt Israel in Führung, hier ist bereits fast jeder Sechste geimpft. Es folgen die Vereinigten Arabischen Emirate mit 51 Prozent der Bevölkerung, Großbritannien mit 49 Prozent und die USA mit 42 Prozent. In der EU wurden bisher 128 Millionen Impfdosen verabreicht, die EU-weite Impfquote liegt bei 21 Prozent. Spitzenreiter in der EU ist Malta, wo 47 Prozent der Einwohner bereits geimpft sind, gefolgt von Ungarn mit 37 Prozent. In Österreich wurden bis einschließlich Freitag 2,761 Millionen Impfdosen verabreicht. Knapp zwei Millionen Menschen oder 22,5 Prozent der Bevölkerung haben zumindest eine Impfdosis erhalten.

Obwohl – vor allem dank der internationalen Covax-Initiative – inzwischen auch in den meisten armen Ländern Impfkampagnen begonnen haben, ist die Impfung bisher vor allem ein Privileg der reichen Länder. Die von der Weltbank als Länder mit hohem Einkommen definierten Staaten stellen gemeinsam 16 Prozent der Weltbevölkerung, haben aber 47 Prozent der Impfdosen verabreicht. In zwölf Ländern haben die Corona-Impfungen noch immer nicht begonnen.

Am verbreitetsten ist der Impfstoff des britisch-schwedischen Konzerns AstraZeneca, der besonders günstig und leicht einsetzbar ist. Er wurde in zwei Dritteln der 207 erfassten Staaten und Territorien verabreicht. Der Impfstoff von Biontech/Pfizer wurde in 44 Prozent der Länder eingesetzt. (APA/AFP)

WHO: Wenig Wissen über Gefährlichkeit von indischer Variante

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt angesichts der in Indien aufgetauchten Corona-Variante B.1.617 vor voreiligen Schlüssen. Die Organisation beobachtet die Virusvariante, hat sie aber noch nicht als besorgniserregend eingestuft, wie eine WHO-Sprecherin auf Anfrage am Montag, 26.4., in Genf mitteilte.

Bisher sei nicht klar, in welchem Ausmaß die Variante für den rapiden Anstieg der Fälle in Indien mitverantwortlich ist. Es gebe viele Faktoren, die dazu beigetragen haben könnten. So hätten in jüngster Zeit Feste und Veranstaltungen mit vielen Teilnehmern stattgefunden. Zudem verbreite sich B.1.617 neben anderen ansteckenderen Varianten wie der zuerst in Großbritannien nachgewiesenen Variante B.1.1.7. Ob B.1.617 mehr schwere Krankheitsverläufe auslöse und damit zu höheren Todeszahlen beitrage, sei bisher ebenfalls nicht klar, sagte die Sprecherin. Die höheren Todeszahlen könnten auch daran liegen, dass Kliniken ihre Kapazitätsgrenzen erreicht haben.

In Indien werden derzeit gut 350.000 Infektionen innerhalb von 24 Stunden gemeldet, mehr, als je ein Land in so kurzer Zeit gemeldet hat. Indien mit seinen 1,3 Milliarden Einwohnern hat mehr als 17 Millionen Infektionen erfasst. In absoluten Zahlen ist das Land damit hinter den USA am härtesten von der Pandemie betroffen.

Als besorgniserregend – „Variant of Concern“ – hat die WHO neben B.1.1.7 etwa die in Südafrika entdeckte Variante (B.1.351) und die in Brasilien entdeckte Variante (P.1) eingestuft. Als besorgniserregend gilt eine Variante nach WHO-Angaben, wenn bekannt ist, dass sie sich leichter ausbreitet, schwerere Krankheiten verursacht, dem Immunsystem entgeht, das klinische Erscheinungsbild verändert oder die Wirksamkeit der bekannten Instrumente verringert.

Die Variante B.1.617 hat zwei Mutationen an einem Oberflächenprotein, die von anderen unter Beobachtung stehenden Linien bekannt sind. Allerdings traten die beiden Mutationen nach Angaben der WHO bisher nicht zusammen in einer Variante auf. B.1.617 wurde erstmals am 1. Dezember 2020 in Indien nachgewiesen.

Eine der Mutationen, L452R, könne Einfluss auf die Effizienz von Behandlungen mit monoklonalen Antikörpern haben. Die andere Mutation, E484Q, könne womöglich Antikörper neutralisieren, die bei einer früheren Infektion gebildet worden waren. Dann wären Genesene nicht mehr vor einer neuen Infektion geschützt.

Auf der Plattform Gisaid, die genetische Sequenzen von Grippe- und Coronaviren enthält, seien bis 23. April mehr als 850 Sequenzen dieses Virus aus mehr als 18 Ländern hochgeladen worden. Die meisten kamen aus Indien, Großbritannien, den USA und Singapur. Das gibt allerdings kein akkurates Bild der Verbreitung, da viele Länder deutlich weniger sequenzieren, andere mangels Kapazität gar nicht. (APA/dpa)

Geimpfte sind weniger ansteckend als nicht Geimpfte

Von Geimpften geht nach einer britischen Studie ein deutlich kleineres Übertragungsrisiko aus als von nicht Geimpften. Grundlage der am Mittwoch, 28.4., veröffentlichten Untersuchung sind Daten von Menschen, die sich drei Wochen nach der Impfung mit den Vakzinen von BioNTech/Pfizer oder AstraZeneca mit dem Coronavirus angesteckt hatten. Bei ihnen war die Wahrscheinlichkeit, im selben Haushalt lebende Menschen zu infizieren, zwischen 38 und 49 Prozent geringer als bei nicht Geimpften.

Die Untersuchung gibt Hinweise auf eine zentrale Frage bei der Bekämpfung der Pandemie: Inwieweit bremst die Impfung die Weiterverbreitung des Virus? „Wir wissen bereits, dass die Impfungen Leben retten. Diese Studie ist die umfassendste Analyse tatsächlicher Fälle, und sie zeigt, dass die Impfungen auch die Infektionskette unterbrechen können“, sagte Gesundheitsminister Matt Hancock.

Für die Studie wurden die Daten aus rund 24.000 Haushalten ausgewertet, in denen sich ein Geimpfter angesteckt hatte. Dabei kam es insgesamt zu über 57.000 Kontakten der Infizierten mit anderen Mitgliedern des Haushalts. Diese Daten wurden verglichen mit rund einer Million Kontakten von nicht geimpften, infizierten Personen. (APA/Reuters)

Tiroler Spray tötet offenbar Viren im Mund

Ein Mundspray der Firma ÖKOPUR aus Hall in Tirol bietet offenbar Schutz gegen eine Corona-Infektion. In ersten Testreihen am Institut für Hygiene und Medizinische Mikrobiologie der Medizinischen Universität Innsbruck sei nun bestätigt worden, dass der Spray innerhalb von nur einer Minute zu 100 Prozent SARS-CoV-2-Viren im Laborversuch eliminieren kann, hieß es in einer Aussendung.

„Mit diesem ersten Nachweis der Wirksamkeit dieses Mundsprays gegen SARS-CoV-2-Viren könnte man über ein Produkt verfügen, welches gerade in der aktuellen Phase der Pandemie einen wichtigen Impuls setzen kann“, meinte Mikrobiologin Cornelia Lass-Flörl. Laut dem Unternehmen ist der Hauptbestandteil des Mundsprays „SALOPUR® MSP“ ein Wirkstoff, der auch im menschlichen Immunsystem zur Bekämpfung von Viren und Bakterien vorkommt und in der verwendeten niedrigen Konzentration für den menschlichen Körper sehr gut verträglich sei. Der Mundspray sei bereits in Apotheken erhältlich. (APA)

OÖ setzt bei Fallhäufungen in Schulen auf PCR-Gurgeltests

Das Land Oberösterreich setzt ab sofort in Schulen PCR-Gurgeltests ein – vorerst allerdings nur in Form eines Pilotprojektes. Treten im Zuge der regelmäßigen „Nasenbohrertests“ gehäuft positive Fälle auf, kommt ein mobiles Testteam des Roten Kreuzes direkt an die Schule. Dort werden bei den betroffenen Schülern, ihren Klassenkameraden und dem Lehrkörper ergänzend die verlässlicheren PCR-Gurgeltests durchgeführt.

Über ihren Einsatz entscheidet dabei die jeweils zuständige Bezirksverwaltungsbehörde in Abstimmung mit den Schulen, teilte das Land am Sonntag in einer Presseaussendung mit, und zwar immer auf Basis der aktuellen Fallzahlen bzw. der Fallentwicklung an der Schule. Die mobilen Gurgeltest-Teams führen etwa klassenweise Testung durch – nach Möglichkeit im Freien oder im Turnsaal. Die abgenommenen Gurgelproben werden gleich im Anschluss ins nächstgelegene Labor gebracht. (APA)

B1.1.7-E484K-Fälle in Tirol nehmen weiter stark ab

Die besonders in Tirol in Erscheinung tretende Coronavirus-Variante B1.1.7-E484K geht weiter stark zurück. Waren am Dienstag, 27.4., noch 729 Fälle gemeldet worden waren, verzeichnete man am Mittwoch nach aktuellen Auswertungen noch 617 aktiv positive Fälle, hieß es seitens des Corona-Einsatzstabes des Landes auf APA-Anfrage. Innerhalb einer Woche ging die Variante um 337 Fälle zurück.

Auch in den Krankenhäusern machte sich B1.1.7-E484K weiter kaum bemerkbar: Nach wie vor zwei von aktuell 32 Corona-Intensivpatienten im Bundesland sind der „Fluchtmutante“ zuzuordnen, 19 der herkömmlichen britischen Virusmutation B.1.1.7.

Die Fluchtvariante gilt als ansteckender, ob sie auch zu schwereren Verläufen führt, war hingegen unklar. Wegen des Auftretens der mutierten Variante wurde zuletzt die Ausreisetestpflicht für Tirol bis zum 5. Mai verlängert. Zudem verwiesen die Verantwortlichen auf „zahlreiche weitere regionale und lokale Testpflichten“ und einen „strengen Standard beim Contact Tracing“. (APA)

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