Home / Politik / Apotheken stehen bereit für mehr Corona-Leistungen

Apotheken stehen bereit für mehr Corona-Leistungen

Die Apotheken in Österreich bieten sich für weitere Leistungen im Kampf gegen die COVID-19-Pandemie an. Konkret stehe man für drei Dienstleistungen bereit, betont Kammer-Präsidentin Mag. Dr. Ulrike Mursch-Edlmayr: zusätzliche Gratis-Tests, Medikationsanalyse sowie Covid-Schutzimpfungen. Bei den Impfungen verwies die Österreichische Apothekerkammer u.a. auf das Expertenpapier „COVID 19 Future Operations Plattform“ und bei der Medikationsanalyse sind Pilotprojekte in Vorbereitung.

Angesichts der steigenden Durchimpfung würden die Kommunen ihr Angebot für Gratis-Tests zunehmend zurückfahren. Die Apotheken stünden jedenfalls bereit, gemeinsam mit den Arzt-Ordinationen dieses Manko zu kompensieren, kündigte Mursch-Edlmayr Anfang Juli im Gespräch mit der APA an. „Es wird keine Lücke geben“, versicherte die Präsidentin, dass die Apotheken für die Versorgung mit Gratis-Tests garantieren.

Expertenpapier von IHS, GÖG, Rotem Kreuz und Unis

Mit ihrer bestehenden Infrastruktur wollen die Apotheken aber auch weitere Dienstleistungen anbieten, bekräftigte Mursch-Edlmayr das Angebot zum Impfen. Sie verwies dazu auf ein Expertenpapier mit dem Namen „COVID-19 Future Operations Plattform“, das von Experten des Instituts für Höhere Studien (IHS), der Gesundheit Österreich GmbH (GÖG), dem Roten Kreuz sowie von verschiedenen Universitäten erstellt wurde.

In diesem Expertenpapier, das der APA vorliegt, werden „Maßnahmen zur Bereitstellung niederschwelliger Impf- und Testangebote“ gefordert: „Menschen soll eine niederschwellige (fast schon beiläufige) Impfgelegenheit an vornehmlich frequentierten Orten bereitgestellt werden“, heißt es darin. Für Mursch-Edlmayr ist klar, dass damit auch in Apotheken eine Impfmöglichkeit angeboten werden sollte. Die Präsidentin bekräftigt, dass die Apotheker und Apothekerinnen dazu bereit seien.

Bald 1.000 Apotheker impf-ausgebildet

Denn obwohl ihren Kolleginnen viele Steine in den Weg gelegt worden seien, werde mit dem Fortbildungsprogramm am 8. August der oder die tausendste impf-ausgebildete Apotheker bzw. Apothekerin zur Verfügung stehen. Dem Argument der Ärzte, dass im Falle schwerer Nebenwirkungen ein ausgebildeter Mediziner anwesend sein müsse, entgegnete Mursch-Edlmayr, dass die Apotheker auch in Erster Hilfe und in Notfallmaßnahmen ausgebildet seien (siehe auch unseren Exklusiv-Bericht).

Außerdem werde auch in Deutschland in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, im Saarland und in der Oberpfalz in Apotheken geimpft und ab Herbst auch in Baden-Württemberg. Die dortige Evaluierung habe das Argument der Ärzte „klar widerlegt“, dass damit eine erhöhte Gefahr für die Patienten verbunden sei.

Medikationsanalyse zusätzlich zur E-Medikation

Als dritte Dienstleistung wollen die Apotheken eine Medikationsanalyse anbieten. Gemeinsam mit der Sozialversicherung sei ein Pilotprojekt in Wien und einem weiteren Bundesland in Vorbereitung, in dem für Patienten mit mehreren Medikamenten mögliche Wechselwirkungen überprüft werden, berichtete Mursch-Edlmayr. Dafür werden den Apotheken-Mitarbeitern Zertifikatskurse angeboten. Zusätzlich zur E-Medikation, die einen elektronischen Quick-Check biete, könnten damit die Arzneimittel der Patienten viel detaillierter analysiert werden.

Mit Apotheken „Auf Nummer Sicher“

Für den Herbst kündigte die Präsidentin auch eine neue Kampagne an mit dem Titel: „Wenn es um die Gesundheit geht, auf Nummer Sicher mit den österreichischen Apothekerinnen und Apothekern“. Dies ist auch der Titel des soeben fertiggestellten Jahresberichts. Darin heißt es etwa, dass die Apotheken nicht nur als Dienstleister, sondern auch als regional wichtiger Arbeitgeber für österreichweit mehr als 17.000 hoch qualifizierte Arbeitskräfte dienen.

LOGIN