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Engpässe bei Selbsttests in Apotheken, neues PCR-Angebot, Appell für Impfapotheken

Selbsttest auf Coronavirus zu Hause.

Wenige Wochen vor dem Auslaufen von SARS-CoV-2-Antigen-Selbsttests am 31. Oktober 2021 kommt es zu einem Engpass in oberösterreichischen Apotheken. Das bestätigt Mag. Thomas Veitschegger, Präsident der Landesgeschäftsstelle Oberösterreich, Österreichische Apothekerkammer, gegenüber dem ORF OÖ und erinnert daran, dass man sich auch in Apotheken testen lassen könne. In Niederösterreich wird das PCR-Testangebot in Apotheken nun auch durch Gurgeltestautomaten erweitert. Die NEOS fordern indes, Apotheken zur Steigerung der Impfquote ins Boot zu holen.

Wer derzeit in den Apotheken nach SARS-CoV-2-Selbsttests fragt, hört häufig die Antwort: „Wir haben leider keine mehr.“ Derzeit hätten die meisten Apotheken keine Antigen-Selbsttests mehr lagernd, „weil es sowohl Lieferschwierigkeiten vonseiten des Bundes gibt, als auch vonseiten des Landes“, wird Veitschegger in dem ORF-Bericht (08.09.2021) zitiert. Das Problem bestehe eigentlich erst seit Kurzem und dürfte auch darauf zurückzuführen sein, dass gerade am Anfang des Monats der „Ansturm“ auf die Apotheken recht groß sei. Denn da hätten die Menschen wieder die Berechtigung, neue Antigen-Tests in der Apotheke zu holen, „dementsprechend kann dann die Nachfrage oft nicht befriedigt werden“.

Veitschegger sieht einen Mix aus vielerlei Gründen für den Engpass: logistische Schwierigkeiten, Transportschwierigkeiten oder aber auch das Horten der Tests zuhause. Der Präsident der Oberösterreichischen Apothekerkammer erinnert aber an die Möglichkeit, sich in den Apotheken testen zu lassen.

Ministerium: Engpass nur „wenige Tage“

Der Krisenstab des Landes Oberösterreich kündigte an, am kommenden Montag, dem 13.09.2021, weitere 500.000 Tests an die Apotheken auszuliefern, heißt es in dem Bericht. „Weitere“ deshalb, weil das Land seit Ende August bereits fast 1,5 Millionen Selbsttests über den Pharmagroßhandel an die Apotheken verteilt habe – also in Summe fast zwei Millionen Tests in knapp zwei Wochen. Das Gesundheitsministerium spricht gegenüber dem ORF OÖ von einer kurzen Knappheit ab dem 26.08.2021, die „wenige Tage“ gedauert habe – seit dem 2. September werde aber wieder geliefert.

Indes biete das Land Niederösterreich seit 6. September in Kooperation mit OMV und dem Labor Novogenia niederschwellige, kostenlose PCR-Tests an, informiert das Amt der NÖ Landesregierung in einer Aussendung. Derzeit bereits an neun Standorten und künftig an 23 Standorten (ab 17. September) würden PCR-Gurgeltestautomaten verfügbar sein: Man führt selbst einen PCR-Test durch und registriert sich via https://automat.noe-testet.at. Das Ergebnis mit Gültigkeit für 72 Stunden als 2G-Nachweis erhalte man innerhalb von 24 Stunden nach Probeabgabe.

PCR-Gurgeltestautomaten in NÖ

Die 23 Gurgelautomaten seien ein gutes, zusätzliches Angebot, unterstreicht Landesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig (SP): „Neben Antigentests in Gemeinden bieten wir PCR-Tests in Apotheken und Tests in Betrieben an. Und ab heute gibt es dieses zusätzliche PCR-Testangebot, das immer zugänglich ist und kein Personal bindet.“ Jedoch: Der PCR-Test sei eine „Momentaufnahme“. Den besten Schutz würde eine Impfung bieten.

Das bekräftigt auch LH-Stellvertreter Dr. Stephan Pernkopf (VP): „Wir können die Pandemie nur durch die Impfung in den Griff bekommen.“ Jeder habe die Möglichkeit, impfen zu gehen und sich testen zu lassen. „Wir wollen es den Menschen möglichst einfach machen“, neben den zusätzlichen PCR-Gurgeltests würden sechs Impfbusse in die Gemeinden fahren. Auch dieses Angebot werde sehr gut angenommen, bis zu 200 Personen würden im Schnitt davon Gebrauch machen.

NEOS für spezielle „Impfapotheken“

Die NEOS schlagen zur Steigerung der Impfquote vor, die Apotheken „endlich“ ins Boot zu holen. „Dass nach Monaten, in denen versucht wird, die Impfquote zu steigern und dafür sogar im Steffl, am Badesteg oder im Supermarkt geimpft wird, die Apotheken immer noch nicht mit ins Boot geholt wurden, ist unverantwortlich“, konstatiert NEOS-Gesundheitssprecher Mag. Gerald Loacker Anfang September in einer Aussendung. Es habe mittlerweile kein Bürger mehr Verständnis dafür, warum Apotheker nicht zur Steigerung der Durchimpfungsrate ihren Teil beitragen dürfen.

„Zahlreiche Länder nutzen seit Monaten ganz selbstverständlich die Infrastruktur der Apotheken, um die Impfungen möglichst niederschwellig anbieten zu können“, appelliert Loacker an die Regierung, das Angebot der Apotheken endlich ernst zu nehmen und fragt: „Warum sträubt sich Gesundheitsminister Mückstein hier so dagegen?“

Loacker sieht als „Teil der Lösung“, dass Apotheker ihre Impfausbildung fertig machen dürfen, um spezielle „Impfapotheken“ – wie in vielen anderen europäischen Ländern – eröffnen zu können. Die NEOS kündigten das Thema für den Gesundheitsausschuss an, „denn gerade im Hinblick auf die Drittstiche, die nun starten, müssen Apotheken endlich auch Impfungen anbieten dürfen. Alles andere wäre fahrlässig“.

„Wir warten nur auf den Startschuss der Politik“

Erst Ende August hatte die Apothekerkammer ihr Angebot an die Politik, Ärzte bei den Corona-Impfungen zu unterstützen, erneuert: „Österreich rutscht bei der Corona-Durchimpfungsrate im EU-Ranking dramatisch ab. Wir müssen jetzt dringend alle im Land verfügbaren Ressourcen nützen, um das Impftempo zu erhöhen“, erklärte Mag. pharm. Susanne Ergott-Badawi, Präsidiumsmitglied der Österreichischen Apothekerkammer, in einer Aussendung. Mehr als tausend Apotheker stünden nach Absolvierung einer zertifizierten Impf-Fortbildung bereit, diese Aufgabe zu übernehmen, „wir warten nur auf den Startschuss der Politik“.

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