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Dann halt nicht, „liebe“ Ärztekammer …

Das flächendeckende Netz an Vor-Ort-Apotheken ist DER Garant für die „Rund-um-die-Uhr-Betreuung“ und die sichere Arzneimittelversorgung der Menschen. Das „Vier-Augen-Prinzip“ ist dafür unerlässlich.

„Aufgefallen war der Fehler durch die Kontrolle und enge Zusammenarbeit einer Ärztin und einer Apothekerin in Wien …“ – so beginnt ein Bericht über die sehr bedauerliche Panne bei den Dosierungsangaben im Rahmen der E-Medikation. Ein fehlerhaftes Programm hatte diese falschen Daten verursacht – sollte nicht passieren …

Es waren also weder DIE Apotheker, DIE Ärzte noch DAS Gesundheitssystem daran schuld.

Und, was das Wichtigste ist, die Patientensicherheit war stets gewährleistet. Denn unplausible Dosierungsangaben, die in der Software aufschienen, wurden von den ApothekerInnen erkannt und mit den verschreibenden ÄrztInnen abgeklärt, sodass sie nicht bis zu den PatientInnen durchdrangen.

Mag. pharm. Raimund Podroschko, 1. Vizepräsident der Österreichischen Apothekerkammer

Dennoch setzte sofort der bereits sattsam bekannte „Empörialismus“ seitens der Ärztevertreter ein, die forderten, die Apotheken faktisch abzuschaffen und auf das bewährte „Vier-Augen-Prinzip“ bei der Arzneimittelabgabe zu verzichten. Wie zwei statt vier Augen zu mehr Patientensicherheit führen können, ist allerdings ein Rätsel, das sich wohl nur Ärztefunktionären im Wahlkampf erschließt.

Denn genau dieses „Vier-Augen-Prinzip“ ist als verbindlicher Sicherheitsstandard national und international etabliert. Und es hat seit seiner Einführung im Jahr … u.a. unzählige Ärzte vor schlimmen Verschreibungsfehlern bewahrt. Wie oft ein Apotheker hinter der Offizin den verschreibenden Arzt angerufen hat, um mit ihm eine seltsame Dosierungsangabe etc. zu klären, kann vermutlich nicht mehr gezählt werden. Das Prinzip wurde aber vor allem auch deswegen eingeführt, damit zwei Experten ihr jeweiliges Fachwissen einbringen und Verschreibungen ausschließlich zum Wohle des Patienten erfolgen. Die Ärzte wissen das, und die meisten sind froh über dieses „Sicherheitsnetz“ und arbeiten mit „ihren“ Apothekern friktionsfrei zusammen.

Und auch in diesem Fall funktionierte dieses Prinzip und verhinderte Schlimmeres. Denn wie oben erwähnt, haben Ärztin und Apothekerin eng – also offensichtlich vertrauensvoll – zusammengearbeitet, ohne Profilierungstendenzen und Hyperventilation.

DAS ist das „Sicherheitsnetz“ aus kompetenten Gesundheitsdienstleistern, auf das wir alle auch in Zukunft nicht verzichten wollen.

Und es hat auch diesmal bestens funktioniert!

Die Ärztekämmerer aber haben sich mit ihrer völlig überzogenen Forderung wieder einmal selbst ad absurdum geführt – und das, obwohl wir bei den beiden Treffen, die vor Kurzem mit Ärztekammervertretern stattfanden, durchaus so etwas wie eine vernünftige Gesprächsbasis wahrzunehmen vermeinten. Aber, wie gesagt, dann halt nicht.

PS: Bei dieser Gelegenheit möchte ich nicht unerwähnt lassen, dass bereits über 1.000 KollegInnen den Impfkurs erfolgreich absolviert haben und „in den Startlöchern stehen“, um die Durchimpfungsrate in der Bevölkerung signifikant zu erhöhen. Wir sind bereit!

Bei diesem Beitrag handelt es sich um einen Gastkommentar, für den der jeweilige Autor verantwortlich ist; die Beiträge geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und Herausgeber wieder.

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