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Wir haben viel zu bieten!

Wir haben alles gegeben; und das hat sich gelohnt! – Vor über fünf Jahren haben wir vom VAAÖ die strukturierte Ausbildung zur Klinischen Pharmazie nach Österreich gebracht.

Die Vision war, den Tätigkeitsbereich der ApothekerInnen zu erweitern und von der Arzneimittelabgabe unabhängige, honorierte Leistungen anbieten zu können. Dies braucht als erste Säule eine fundierte Fort- und Weiterbildung. In weiterer Folge ist es uns gelungen, dieses Angebot auf „offizielle“ Beine zu stellen, indem wir in der Apothekerkammer zuerst den Basiskurs und dann in Kooperation mit der Universität Wien den Zertifikatskurs Klinische Pharmazie entwickelt haben, die von den KollegInnen sehr gut angenommen werden.

Mag. Susanne Ergott-Badawi, Präsidiumsmitglied der Österreichischen Apothekerkammer


Doch ohne Honorierung ist deren Realisierung nicht möglich.

Daraufhin entwickelten wir das Projekt „Medikationsanalyse“ als genau definiertes, evaluierbares Angebot an das Gesundheitssystem, die PatientInnen und vor allem an die Kostenträger. Nun startet mit 1. Juni in Zusammenarbeit mit dem Hauptverband, der dies auch honoriert, das entsprechende Pilotprojekt in zehn Wiener Apotheken. Die Medizinische Universität Wien begleitet dieses ambitionierte Projekt mit einer wissenschaftlichen Studie im Rahmen einer Dissertation.

Voraussetzung für die erfolgreiche Etablierung ist aber – als dritte Säule – eine durchdachte technische Anwendung, die uns ApothekerInnen bei der Durchführung der Dienstleistung Medikationsanalyse verlässlich zur Verfügung steht, um möglichst wenig Zeit und Ressourcen zu verbrauchen. Mit der Entwicklung der Medikationsanalyse-App ist uns auch das gelungen. Sie verfügt über eine Schnittstelle zu ELGA und führt die Liste der verschriebenen Arzneimittel mit dem aktuellen Bezug in der Apotheke zusammen, um mögliche Interaktionen, Doppelverschreibungen und Wechselwirkungen überprüfen zu können. Der Roll-out in ganz Österreich rückt damit in greifbare Nähe.

Und das Schönste daran: In einer von der ÖAK durchgeführten Studie haben uns unsere KollegInnen sowohl in der Offizin als auch im Krankenhaus eindeutig zu verstehen gegeben, dass auch sie die Zukunft unseres Berufsstandes in solchen und weiteren Projekten sehen, die eines gemeinsam haben: Sie rücken die hervorragende Expertise der österreichischen ApothekerInnen sowie deren Verlässlichkeit und das Vertrauen der PatientInnen und KundInnen in den Fokus und bauen darauf auf. Damit wiederum festigen wir unser Standing und schaffen neue, hochqualitative Arbeitsplätze.

Für mich bedeutet das, dass wir mit dem Angebot der Klinischen Pharmazie sowohl in der öffentlichen Apotheke als auch in der Krankenhausapotheke und am Spitalsbett die Möglichkeit haben, die Zukunft unseres Berufsstandes auf feste Beine zu stellen. Die Medikationsanalyse ist hier nur der Anfang.

Denn sicher ist, dass wir in unseren Bemühungen nicht lockerlassen und der Politik immer neue Angebote für eine noch bessere Versorgung der Bevölkerung machen werden. Unsere Angebote und unsere neuen Dienstleistungen bringen eindeutige Vorteile für die PatientInnen, sowohl in Therapie und Prävention als auch in Bezug auf die Sicherheit in der Arzneimittelversorgung, aber auch für die Kostenträger, die mit unserer Hilfe die begrenzten Ressourcen zielgerichteter einsetzen können.

Hier können und werden wir durchaus selbstbewusst agieren, denn wir haben viel zu bieten!

PS: Zu den beiden Studien sowie dem Pilotprojekt halten wir Sie selbstverständlich auf dem Laufenden.

Bei diesem Beitrag handelt es sich um einen Gastkommentar, für den der jeweilige Autor verantwortlich ist; die Beiträge geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und Herausgeber wieder.

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