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Österreichs erste Phytothek

In einer kleinen Gemeinde im Norden Salzburgs startet eine Apothekerin aus Deutschland zum dritten Mal durch, jetzt mit ihrem Lebenspartner gemeinsam. Der Schwerpunkt liegt auf Pflanzen. (Pharmaceutical Tribune 02/2018)

Ein sorgsamer Umgang mit den Mitarbeitern und Sorgfalt in der Auswahl der Hersteller dominieren die Unternehmensphilosophie von Andrea Ewald.
Ein sorgsamer Umgang mit den Mitarbeitern und Sorgfalt in der Auswahl der Hersteller dominieren die Unternehmensphilosophie von Andrea Ewald.

Lebendes Moos und ein Brunnen mit Granderwasser im Zentrum einer hellen und freundlichen hundert Quadratmeter großen Offizin: Das sind die besonderen Kennzeichen der Apotheke Bürmoos nach ihrer Standortverlegung im Dezember 2017. Und auch darüber hinaus steht die Apotheke in der Salzburger 5000-Einwohner-Gemeinde für so manch Ungewöhnliches. „Für uns bedeutet die Neueröffnung im Gebäude eines ehemaligen Wirtshauses einen Neuanfang“, sagt die deutsche Konzessionärin Andrea Ewald.

Zukunftsvisionen

Gemeinsam mit ihrem Lebenspartner Mag. Eduard Huber, einem Juristen und Drogisten, der lange Zeit in der Pharmaindustrie tätig war, teilt sie sich jetzt die Leitung der Apotheke. „Uns einen nicht nur jeweils 25 Jahre Berufserfahrung, sondern auch eine Vielzahl von Visionen.“ Die Apotheke für den sich wandelnden Markt zu positionieren, ist für Ewald unabdingbar. Erst durch die Aufteilung der Bereiche Offizin und Backoffice auf zwei Personen mit unterschiedlichem beruflichen Hintergrund werden die Ressourcen für die Umsetzung zukunftsweisender Ideen frei. So wird im Frühjahr rund um die Apotheke ein großer Kräutergarten entstehen. „Unsere Kunden sollen Pflanzenheilkunde erleben können.“ Auch das ist Teil eines Gesamtkonzeptes, nach dem die Apotheke „Österreichs erste Phytothek“ sein wird, basierend auf einem umfangreichen Schulungsprogramm und in Zusammenarbeit mit einem im Bereich der Phytopharmaka führenden Unternehmen. Eine wichtige Rolle spielt passend dazu auch das Thema Aromatherapie, dem in der Apotheke ein eigener Raum gewidmet ist. „Unsere Produkte sind demeterund biozertifiziert.“

Weniger ist mehr

Für die Offizin gilt generell „Reduktion“ als das Zauberwort. „Wir wollen für unsere Kunden im Sinne der Übersichtlichkeit eine sorgfältige Vorauswahl treffen.“ So hat man sich bei den Kosmetika bewusst auf eine anthroposophische und eine pflanzenbasierte französische Linie beschränkt. Hersteller werden sorgfältig ausgewählt – nicht nur nach der Qualität ihrer Produkte. „Uns ist eine Firmenphilosophie, die der unseren möglichst nahe kommt, ein besonderes Anliegen.“ Dazu gehöre insbesondere der sorgsame Umgang mit den Mitarbeitern. „Der Erhalt aller elf Arbeitsplätze in der Apotheke hat bei all unseren Vorhaben sehr hohe Priorität und war mit ein Grund für die Entscheidung gegen einen Arzneimittelroboter“, betont das Paar, das keinen Ort für Kranke, „sondern eine Gesundheitsoase, einen Ort, wo man gerne verweilt“ schaffen wollte.

FOTOS: BEIGESTELLT

Passend dazu möchten die beiden bis 2019 eine Genusstheke an die Apotheke angliedern. Rund 30 Sitzplätze sollen dann zum Genuss gesunder Kost und Getränke einladen. So entsteht aus dem ehemaligen Lokal wieder ein neues. Eine andere Art Convenience bieten jetzt schon die Abholfächer, die das Abholen von Bestellungen auch einmal außerhalb der Geschäftszeiten ermöglichen. Die Kooperation mit einem Sanitätshaus bietet den Kunden der Apotheke weiteren Komfort. „Bisher mussten die Bürmooser dazu 15 Kilometer weit fahren.“ Für die Beratung wurden zwei Apothekenmitarbeiter geschult und dadurch auch deren Arbeitsplatz gesichert.

APO-Steckbrief:

  • Apotheke Bürmoos Ignaz-Glaser-Straße 48 5111 Bürmoos
  • Spezialisierungen: Pflanzliche Therapien, Aromatherapie, NEMs aus Kräutern, Schüßler-Salze, Sanitätsprodukte
  • Services: Kräutergarten, Grander-Wasser-Brunnen

APOPRIVAT
Andrea Ewald

MOTTO „Nichts Schlechtes, was nicht auch sein
HUMOR Gutes hat“, pflegte meine Großmutter zu sagen. Dieses Bewusstsein macht Mut, auch unübliche Wege zu beschreiten und Neues auszuprobieren. Kurz vor der Übersiedelung betonte ein Stammkunde: „Da vorne macht eine neue Apotheke auf, aber ich komme weiter zu euch.“ Offenbar wusste er nichts von unserem
ERFOLG Standortwechsel. Steht der monetäre Erfolg im Vordergrund, arbeitet man verkrampft. Wirklicher Erfolg basiert immer auf Herzblut, dann kommen die guten Zahlen von alleine. Damit ist auch kein Platz für „Geiz ist geil“.

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