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Auf zu neuen (Traunsee-)Ufern

„Einen alten Baum versetzt man nicht“, heißt es. Eine traditionsreiche Apotheke manchmal schon. So geschehen in Gmunden – zur Zufriedenheit von Mag. Bernhard Schwayer und Team. (Pharmaceutical Tribune 11-12/19)

Von 37 auf 100 Quadratmeter aufgestockt, hat Mag. Bernhard Schwayer Platz für eine hochwertige NEM-Serie im Sortiment.

Nein, das hätte sich Mag. Bernhard Schwayer nicht gedacht, als er 1998 in der Familienapotheke anfing. Auch nicht, als er diese 2006 von seiner Mutter Mag. Sigrid Schwayer übernahm. Dass die altehrwürdige Salzkammergut-Apotheke einmal den Standort wechseln würde, hätte er selbst 2015 für unrealistisch gehalten. Just so kam es dann aber. Am 7. Mai fand bei einem großzügigen Buffet das Eröffnungsfest an der neuen Gmundner Adresse statt. Die ist lediglich fünf Gehminuten von der alten entfernt, aber die Frequenz macht den Unterschied.

„Jetzt sind wir direkt auf der Höhe des Traunsees und mit dem Auto als auch zu Fuß gut erreichbar“, sagt der zufriedene Konzessionär. Der frühere Standort lag etliche Höhenmeter weiter oben. Daher wünschte sich mancher zu Fuß kommende Kunde scherzhaft eine Seilbahn. Für die Autofahrer wiederum war die Parksituation in der Altstadt schwierig, sodass Schwayer und seine Mitarbeiter des Öfteren den Satz zu hören bekamen: „Bestellen zahlt sich nicht aus, hierher zu kommen ist zu kompliziert für mich.“ Wie andere Ladenbesitzer kämpfte er zunehmend mit der Verlagerung an die Peripherie.

Plan B mit Erfolg

Dennoch ist Schwayer der Standortwechsel nicht leicht gefallen. „Immerhin war unsere Apotheke, übrigens die älteste im ganzen Salzkammergut, seit 1669 im gleichen Gebäude gewesen.“ Außerdem hatte man hohe Summen in das im Eigentum befindliche Haus investiert. Als mit Bernhard Schwayer die vierte Generation an Bord der Apotheke kam, machte sich dieser sofort daran, mit viel Liebe und Tüftelei die einzelnen Räume zu verschönern. „Vier Jahre vor dem Umzug war schließlich alles fertig“, sagt Schwayer. An die alten Räumlichkeiten erinnert heute etwa ein Mörser aus dem 16. Jahrhundert, der in der neuen Apotheke ausgestellt ist.

Eine antike Truhe wiederum fungiert jetzt als dezenter Raumteiler zwischen dem Freiwahl-Bereich und der Tara-Umgebung. Für die allgemeine Planung der Räumlichkeiten galt: „Ich wollte diesmal alles anders haben.“ Und so legte der Konzessionär die Gestaltung diesmal vertrauensvoll in die Hände eines Apotheken-erfahrenen Architekten. „Dessen Credo lautete: Die Kunden sind oft beladen und sollen aufatmen können, wenn sie die Apotheke betreten. Ich finde, es ist dem Architekten wirklich gut gelungen, dass man sich auf Anhieb hier wohlfühlt.“ Selbst die Frage der Auslagendekoration fiel diesmal anders aus. Früher wurde dafür vierteljährlich ein Künstler angeheuert, „was allerdings immer weniger Menschen sahen, da die Altstadt generell immer leerer wurde“. Am neuen Standort entschied man sich stattdessen für eine durchgehende Fensterfront, die einen Einblick in die Apotheke erlaubt.

Schau-Fenster statt Schaufenster sozusagen. Im Inneren unübersehbar: Das große Foto von Schloss Ort, betont durch einen LED-Leuchtrahmen. Es mag so manchen Touristen an die erfolgreiche TV-Serie „Schlosshotel Orth“ erinnern. Statt einer 37 Quadratmeter großen Offizin hat Schwayer nunmehr 100 Quadratmeter zur Verfügung. Also erweiterte er das Hautpflegeangebot um zwei Kosmetikmarken und nahm eine hochwertige NEM-Serie ins Sortiment auf. Ebenfalls neu: An der Tara werden jetzt viel mehr verschreibungspflichtige Arzneimittel für Kinder verlangt. Schließlich ordiniert in der Nähe unter anderem ein Kinderarzt. Ein Evergreen ist der bei der AGES als Hausspezialität angemeldete Hustensaft. „Er wirkt gegen Reizhusten und ist gleichzeitig schleimlösend.“

APO-Steckbrief:

  • Georgstraße 5, 4810 Gmunden
  • www.salzkammergut-apotheke.at
  • Spezialisierungen: großes Teesortiment, Homöopathie, Kosmetik, NEM
  • Spezialitäten: hauseigener Hustensaft
  • Services & Dienstleistungen: Kundenkarte, Raucherberatung, Gesundheitscheck

APOPRIVAT
Mag. Bernhard Schwayer

Work-Life Ich wandere, fahre Ski, schwimme und rudere gerne, schließlich habe ich die Berge und den Traunsee vor meiner Haustür. Außerdem habe ich immer viel mit meinen Kindern unternommen und lerne ab und zu auch heute noch mit ihnen.
Laster
Ich esse gerne Süßes, insbesondere Marzipan mit dunkler Schokolade. Aber ich bin im 10-köpfigen Team wohl nicht der Einzige mit einer Vorliebe für Naschereien. Daher steht im Aufenthaltsraum der Apotheke immer ein gut gefülltes Bord mit Süßigkeiten bereit.
Überraschung
Der Alltag in der Apotheke unterscheidet sich stark vom Studium. Das werden wohl die meisten Apotheker bestätigen.
Erfolg Ich bin sehr zäh, glaube an die Politik der kleinen Schritte und blicke nicht zurück.

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