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Neuer Apotheken-Chef, neues Krankenhaus-Profil

Personalrochaden in der Anstaltsapotheke eines Ordensspitals in Wien-Mariahilf, das sich nach 187 Jahren ein neues Profil verpasst hat. (Pharmaceutical Tribune 18-19/19)

Mag. Thomas Schweiger (rechts) ist neuer Leiter der Apotheke im KH der Barmherzigen Schwestern in Wien.

Seit dem 3. September dieses Jahres hat Mag. Thomas Schweiger einen neuen Arbeitsweg – und das Barmherzige Schwestern Krankenhaus Wien eine neue Apothekenleitung. Schweiger kommt von der Spitalsapotheke des Landesklinikums Horn, wo er zuletzt als Stellvertretender Verantwortlicher Leiter fungierte. „Ein Stellvertretender Verantwortlicher Leiter wird erst dann eingesetzt, wenn der Leiter für mehr als sechs Wochen verhindert ist“, sagt der gebürtige Wachauer. Er selbst ist in Horn für insgesamt eineinhalb Jahre eingesprungen. Bei den Barmherzigen Schwestern steht Schweiger einem engagierten Team von 14 Mitarbeitern vor, darunter fünf Pharmazeuten. Ordensschwestern sind seit 2014 nicht mehr an Bord der Apotheke, bis 2009 gab es mit Sr. Adelma bzw. Mag. Maria Leitner allerdings eine sehr engagierte geistliche Leiterin.

Schweiger wird beruflich regelmäßig in den 3., 13. und 17. Bezirk fahren. Denn er ist pharmazeutisch nicht nur für das Krankenhaus in Wien-Mariahilf, sondern auch für die anderen Wiener Spitäler der Vinzenz Gruppe verantwortlich. Für das Krankenhaus Göttlicher Heiland, das Herz-Jesu Krankenhaus, das St. Joseph-Krankenhaus und das Orthopädische Spital Speising ist das Apothekenteam fachlicher Ansprechpartner und überprüft die Arzneimittelvorräte in den Medikamentendepots und auf den Stationen. Rezepturen für diese Krankenhäuser werden ebenfalls in Gumpendorf angefertigt. Das bringt mit sich, dass es die im Mariahilfer Ordensspital bereits 1832 gegründete Apotheke auf stolze 20.000 Zubereitungen im Jahr bringt – bei insgesamt rund 1.200 versorgten Betten.

Experten für den Verdauungsapparat

Neu ist nicht nur die Apothekenleitung, auch das Barmherzige Schwestern Krankenhaus Wien hat ein weiteres Kapitel aufgeschlagen. „Hier ist eine Fachklinik für den gesamten Verdauungsapparat entstanden“, so Schweiger. Fachübergreifende Darm-, Adipositas- und Beckenboden-Zentren wurden eingerichtet. Der Bogen reicht von Beschwerden im Verdauungstrakt über Krebs und urologische Probleme bis zur Psychosomatik. In der Zubereitung sind Zytostatika für Tumoren im Bauchraum daher ein zentrales Thema. Monoklonale Antikörper gewinnen ebenso an Bedeutung. „Sie machen Krebs oft zu einer chronischen Erkrankung und werden als Monotherapie oder auch in Kombination mit der Chemotherapie eingesetzt. Die Immuntherapie bedeutet aber auch, dass die Patienten länger behandelt werden und wesentlich mehr Therapiezyklen erhalten als im Falle einer klassischen Chemotherapie.“

Nicht zuletzt hat die Apotheke eine Stimme in der hauseigenen Ethikkommission. „Bei klinischen Studien geht es uns um die Sinnhaftigkeit eines neuen Wirkstoffs angesichts der bereits zugelassenen Mittel. Zudem sind logistische Fragestellungen zu klären.“ Seine Erfahrungen mit dem Thema Brexit? „Mittlerweile haben viele britischen Pharmafirmen ihre Prüflabore in die EU verlegt. Bei essenziellen Arzneimitteln war das besonders wichtig. Natürlich könnte der Transport etwas länger werden, aber das betrifft nicht nur Pharmazeutika.“ Was bringt die nahe Zukunft? „Wir setzen auf einen weiteren Ausbau der Klinischen Pharmazie im Sinne der Patientensicherheit“, sagt Schwaiger. Im Rahmen des Österreichischen Strukturplans Gesundheit gilt diese nun als Qualitätskriterium eines Spitals. Bei Mag. Petra Gludovatz, Schweigers Vorgängerin, die sich in seinem Team jetzt diesem Schwerpunkt widmet, ist das Thema in den besten Händen.

APO-Steckbrief:

  • Spitalsapotheke Barmherzige Schwestern Krankenhaus Wien Stumpergasse 13, 1060 Wien
  • www.bhswien.at
  • Spezialisierungen: Produktion von jährlich 20.000 Zubereitungen, Zytostatika, Aromapflege
  • Services und Dienstleistungen: Klinische Pharmazie

APO PRIVAT
Mag. Thomas Schweiger

Motto Positiv denken! Das hilft bei den Herausforderungen des beruflichen Alltags. Und die Dinge sachlich sehen und nicht persönlich nehmen!
Work-Life
Mein großes Hobby ist die Musik, aktiv und passiv, ernste ebenso wie Unterhaltungsmusik. Ich habe sowohl in einer Band gespielt als auch bei einem Chor gesungen. In Senftenberg bei Krems, wo ich aufgewachsen bin, spiele ich Blasinstrumente, am Konservatorium für Kirchenmusik habe ich eine Gesangsausbildung absolviert.
Humor
Im Zusammenhang mit dem Aufnahmemanagement passiert öfter etwas zum Schmunzeln: Die Patienten füllen einen Fragebogen aus, wo es unter anderem um die eingenommenen Medikamente geht. Da stößt man dann manchmal auf Einträge wie „Sandoz 100 mg“ und stutzt.

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