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MM-Kompakt: NSAR und Magenschutz

Bei Herrn B. kommen gleich mehrere Risikofaktoren für gastrointestinale Komplikationen zusammen. Zeit für einen MM-Check.

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Herr B. kommt in die Apotheke

Herr B., 76 Jahre, hat folgende Dauermedikation:

Thrombo® ASS 100 mg            0-1-0
Ramipril/HCT 5 mg/25 mg        1-0-0
Ramipril 5 mg                            0-0-1
Sertralin 100 mg                       1-0-0

Vor einigen Tagen hat Herr B. eine plötzliche Hörverminderung am rechten Ohr bemerkt, die von einem unangenehmen Druckgefühl im Ohr und einem leichten Schwindelgefühl begleitet wird. Deshalb hat er heute den HNO-Arzt aufgesucht. Dieser diagnostiziert einen Hörsturz und verordnet eine systemische Glucocorticoidtherapie:

Aprednislon® 25 mg 4-0-0 für 3 Tage, danach ausschleichen durch Reduktion der Dosis um 25 mg alle 3 Tage

Herr B. erkundigt sich, ob er zusätzlichTebofortan® Filmtabletten rezeptfrei kaufen könne, da er von einer Bekannten gehört hat, diese würden bei Schwindel und Hörsturz helfen.
Außerdem plagt ihn heute wieder sein altbekannter Rückenschmerz besonders, darum möchte er gern Ibumetin® Filmtabletten 400 mg mitnehmen.

Welche Probleme könnten sich aus der Medikation ergeben?

Hinweis: Die im MM-Fall genannten Fertigarzneimittel hat das MM-Lecture-Board beispielhaft und wertfrei für die enthaltenen Wirkstoffe bzw. -kombinationen ausgewählt . Die genannten Produkte stehen damit für alle vergleichbaren Präparate.

Lerntext & Auflösung

Bei Herrn B. kommen gleich mehrere Risikofaktoren für gastrointestinale Komplikationen zusammen. Zeit für einen MM-Check. (Pharmaceutical Tribune 12/2018) 

1. MM-Check für Herrn B.

  • Mit Thrombo® ASS und Sertralin finden sich bereits zwei blutungsfördernde Arzneimittel in der Medikation von Herrn B., was einen Risikofaktor auch für gastrointestinale Komplikationen darstellt. Das fortgeschrittene Alter des Patienten erhöht dieses Risiko ebenfalls.
  • In der Fachinformation von Aprednislon® findet sich der Hinweis auf eine erhöhte Blutungs- und Ulcusgefahr im Magen- Darm-Trakt durch Kombination des Corticosteroids mit Salicylaten (Thrombo®ASS). Während die alleinige Gabe eines Glucocorticoids nicht zwingend die Verordnung eines PPI erfordert, ist dies bei Komedikation mit ASS sehr wohl der Fall.
  • Tebofortan® besitzt zwar die Indikation Vertigo, die Anwendung von Ginkgo ist aber in den AWMF-Leitlininen „Hörsturz“ nicht enthalten und der Benefit nicht ganz klar. In Herrn B.s Fall ist überdies zu bedenken, dass hochdosierter Ginkgo eine weitere blutungsfördernde Komponente darstellen würde.
  • Die Anwendung von Ibuprofen ist hier in mehrfacher Hinsicht problematisch:

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