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MM-Kompakt: Das unheilvolle Duo: Sedierung & Sturz

Frau M. stürzt immer wieder. Ein MM-Check zeigt, dass die betagte Dame eine Reihe von Medikamenten mit zentraldämpfenden Effekten bekommt.

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Eine Kundin macht sich Sorgen um ihre Mutter
Eine Kundin kommt heute etwas aufgeregt in die Apotheke. Der Grund ihrer Sorge: Ihre betagte Mutter, die 100 Kilometer entfernt wohnt und von einer Heimhilfe betreut wird, ist schon zum dritten Mal in diesem Monat gestürzt. Der letzte Sturz passierte in den frühen Morgenstunden beim Aufstehen aus dem Bett. Die Tochter macht sich Sorgen, dass die zunehmende Gangunsicherheit der Mutter nicht nur mit dem fortgeschrittenen Alter, sondern vielleicht auch mit deren Medikation zu tun haben könnte. Sie hat telefonisch den Medikamentenplan von der Heimhilfe erfragt und bittet das Apothekenpersonal um einen Medikationscheck.
Frau M., 82 Jahre, ist Morbus-Crohn-Patientin und leidet zusätzlich unter Osteoporose und Bluthochdruck. Die größten Probleme in den letzten Jahren waren allerdings eine zunehmende Depression, therapieresistente Schlafstörungen und starke Rückenschmerzen, die von massiven degenerativen Wirbelsäulenveränderungen herrühren.

Ihre derzeitige Medikation:

Concor® 5 mg Ftbl. Bisoprolol 0-0-1
Acecomb® mite Tbl. Lisinopril/HCT 0-0-1
Acemin® 5 mg Tbl. Lisinopril 1-0-0
Trittico® ret. 75mg Tbl. Trazodon 0-0-0-1/3
Dominal® forte 80 mg Ftbl. Prothipendyl 0-0-0-½
Zoldem® 10 mg Tbl. Zolpidem (bei Bedarf ab 23 Uhr nochmals ½) 0-0-0-1
Temesta® 2,5 mg Lorazepam (bei Bedarf maximal weitere 2 x ½) ½-0-0-1/2
Cymbalta® 30 mg Duloxetin 1-0-0
Novalgin® Tr Metamizol 20-20-20-20
Astec® 35 mcg transd. Pfl. Buprenorphin alle 3 Tage
Tramabene® Tropfen Tramadol 20-20-20
Sirdalud® 4 mg Tbl. Tizanidin 1-0-0-1
Salazopyrin® 500 mg Ftbl. Sulfasalazin 2-0-0-2
Pantoloc® Ftbl. 40 mg Pantoprazol 1-0-0
Cal-D-Vita® Kautbl. Ca/Vitamin D 1-0-0
Oleovit® D3 Tr. Vitamin D 40 gtt sonntags

 

  • Welche Arzneistoffe könnten eventuell eine eingeschränkte Reaktionsfähigkeit bzw. Sturzneigung begünstigen?
  • Was fällt bezüglich der abendlichen Medikation noch auf?
  • Welche weiteren Wechsel- und Nebenwirkungen sind eventuell bei der Patientin zu berücksichtigen?

Hinweis: Die im MM-Fall genannten Fertigarzneimittel hat das MM-Lecture-Board beispielhaft und wertfrei für die enthaltenen Wirkstoffe bzw. -kombinationen ausgewählt. Die genannten Produkte stehen damit für alle vergleichbaren Präparate.

Lerntext & Auflösung

Frau M. stürzt immer wieder. Ein MM-Check zeigt, dass die betagte Dame eine Reihe von Medikamenten mit zentraldämpfenden Effekten bekommt. (Pharmaceutical Tribune 17/2018)

1. MM-Check für Frau M.

Sturzgefahr und Sedierung:
Die umfangreiche Schlaf-, Schmerz- und Depressionstherapie von Frau M. beinhaltet eine Reihe von Sub­stanzen mit zentraldämpfenden Effekten, die sich gegenseitig verstärken und dadurch die Sturzgefahr verschärfen können. Dies gilt für:

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