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Nemogramm

Taktgeber der zirkadianen Rhythmik

Die regulierende Wirkung von Melatonin auf den Schlaf-Wach-Rhythmus wurde in zahlreichen Untersuchungen bestätigt. Seine antioxidative Wirkung eröffnet neue Forschungsgebiete.

Physiologie: Melatonin wird in der Zirbeldrüse in mehreren Schritten aus der Aminosäure L-Tryptophan synthetisiert. Sie verläuft über 5-HTP (= 5-Hydroxytryptophan) und Serotonin zu Melatonin. Die Enzyme, die für diese Syntheseschritte nötig sind, benötigen als Co-Faktoren Folsäure, Pyridoxal-5-Phosphat und SAMe (S-Adenosylmethionin). Daraus lässt sich erkennen, wie wichtig B-Vitamine im Stoffwechselprozess sind. Außerdem beeinflussen Stress und Ma­gnesiummangel den ersten Schritt der Synthese negativ. Sie hemmen das dafür erforderliche Enzym Tryptophanhydroxylase.
Die höchsten Melatoninspiegel finden sich bei Kindern und Jugendlichen, während im Alter von 60 Jahren nur noch etwa die Hälfte der Menge einer 20-jährigen Person an Melatonin gebildet wird.

Die Freisetzung von Melatonin aus der Zirbeldrüse wird durch ein komplexes Uhrwerk gesteuert, das im suprachiasmatischen Kern des Hypothalamus liegt. Über Melatonin-Rezeptoren erhält diese Struktur eine Rückmeldung über die Menge des zirkulierenden Melatonins und setzt dieses bei Bedarf frei. Der Melatonin-Blutspiegel erhöht sich zwischen 2 und 4 Uhr morgens um mehr als das 10-fache.

Die antioxidative Wirkung von Melatonin lässt sich trotz seiner geringen Konzentration im Körper zum Teil auf seine stark lipophile Struktur zurückführen. Melatonin leistet als Antioxidans einen wichtigen Beitrag für verschiedene Nervenstrukturen und arbeitet mit anderen Antioxidanzien, wie der körpereigenen Glutathionperoxidase, zusammen. Zur Anwendung könnte dieser Effekt bei Migräne kommen. Es wurde eine Reduktion der Migräne-Attacken-Häufigkeit um bis zu 50 Prozent nach 3 mg Melatonin abends gezeigt.

Health Claim: Melatonin hilft die Einschlafzeit zu verkürzen und trägt zur Linderung der subjektiven Jetlag-Empfindung bei.

Steckbrief

Vorkommen: Enthalten in geringen Mengen in Walnüssen, Milch und Gemüsekeimlingen.
Symptome bei Mangel: Störungen der zirkadianen Rhythmik mit Schlafproblemen und in der Folge Tagesmüdigkeit.
Bedarf: Hilfreich zur Verkürzung der Einschlafzeit bei älteren Personen und Stress sowie zur leichteren Einstellung auf eine neue Zeitzone bei Jetlag.

Praxistipps

  • Die Einnahme von Melatonin sollte immer zum gleichen Zeitpunkt etwa eine halbe Stunde vor dem Schlafengehen erfolgen. Eine Anwendung vor dem Tagesschlaf, etwa nach einer Nachtschicht, ist zu vermeiden. Besser ist es, Melatonin wieder abends zur gewohnten Uhrzeit einzunehmen.
  • Bei Jetlag kann nach der Ankunft am Zielort Melatonin für etwa eine
    Woche eine halbe Stunde vor dem Schlafengehen eingenommen werden. So wird die Einstellung der inneren Uhr auf die neue Zeitzone erleichtert.
  • Bei Schlafproblem kann der Verzicht auf das Rauchen durchaus hilfreich sein, da Zigarettenrauch CYP1A2 induziert. Dieses Enzym baut Melatonin ab. Somit sinkt der Melatoninspiegel.

Arzneimittel

Wirkung

Verstärkung der sedierenden Eigenschaften

Mechanismus

Beeinflussung der Metabolisierung durch CYP1A2

Praxis-Tipp

Absprache mit dem Arzt

Wirkung

Erniedrigung der Melatoninspiegel

Mechanismus

Induktion von CYP1A2

Praxis-Tipp

Absprache mit dem Arzt

Wirkung

Erhöhung der Melatoninspiegel

Mechanismus

Hemmung von CYP1A2

Praxis-Tipp

Absprache mit dem Arzt

Wirkung

Erhöhung der Melatoninspiegel

Mechanismus

Hemmung der Melatonin-Metabolisierung

Praxis-Tipp

Absprache mit dem Arzt

Wirkung

Erhöhung der Melatoninspiegel

Mechanismus

Hemmung von CYP1A2

Praxis-Tipp

Kombination vermeiden

Wirkung

Erhöhung der Melatoninspiegel

Mechanismus

Hemmung von CYP1A1 und CYP1A2

Praxis-Tipp

Absprache mit dem Arzt

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