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Nemogramm

Stimmungsaufheller SAMe

Um das Gleichgewicht der Neurotransmitter Dopamin, Noradrenalin und Serotonin aufrechtzuerhalten, sind SAMe unentbehrlich.

SAMe ist die Abkürzung für S-Adenosyl-Methionin. Es handelt sich um eine Aminosäure, die für die Synthese von Neurotransmittern wie Dopamin, Noradrenalin und Serotonin unentbehrlich ist. Daraus ergeben sich Anwendungsmöglichkeiten bei Depressionen, Burnout und Morbus Parkinson.

Physiologie: Ausgehend vom Energielieferanten Adenosintriphosphat (ATP) und der essenziellen schwefelhaltigen Aminosäure Methionin entsteht SAMe. Dazu wird ein Adenosylrest von ATP auf das Schwefelatom von Methionin übertragen. Die Verfügbarkeit von SAMe ist von der Aktivität des Enzyms SAM-Synthase abhängig. SAMe dient als wichtigster Methylgruppengeber bei verschiedenen Stoffwechselvorgängen. Einerseits ist SAMe ausgehend von L-Tryptophan am geschwindigkeitsbestimmenden Schritt bei der Biosynthese von 5-Hydroxytryptophan über das Enzym Tryptophan-­Hydroxylase und in weiterer Folge von Serotonin beteiligt. Andererseits ist es für die Synthese von Dopamin und Noradrenalin ausgehend von L-Tyrosin über das Enzym Tyrosin-Hydroxylase unbedingt erforderlich.

Durch die dabei erforderliche Abgabe der Methylgruppe entsteht aus SAM S-Adenosyl-Homocystein (SAH) und im nächsten Schritt Homocystein. Dieses beeinträchtigt nicht nur die SAMe-abhängige Methylierung von Phospholipiden, Myelin und Neurotransmittervorstufen, sondern schädigt auch Neurotransmitter-Rezeptoren und steigert die Apoptose, also den Zelltod, von Nervenzellen. Die Folge ist ein Funktionsverlust.

Im Rahmen der Parkinsontherapie mit L-Dopa wird dieses durch das Enzym Catechol-O-Methyltransferase (COMT) methyliert. Methylgruppenüberträger ist SAMe, wodurch bei dieser Therapie mehr SAMe notwendig ist. Ein Mangel an SAMe scheint für die häufige depressive Symptomatik im Rahmen der Parkinsontherapie mit L-Dopa verantwortlich zu sein. Auch in diesem Fall entsteht S-Adenosyl-Homocystein (SAH) und wird im nächsten Schritt unter Mithilfe des Enzyms SAH-Hydrolase in Homocystein und Adenosin umgewandelt.

Health Claim: Für SAMe liegt kein Health Claim vor.

Steckbrief

SAMe ist in Nahrungsmitteln nur in geringen Mengen vorhanden. Seine Vorstufe Methionin findet sich jedoch häufig.
Enthalten in Rind- und Schweinefleisch, Heilbutt, Sardinen, Lachs und Garnelen, Edamer, Gouda und Brie, Sojabohnen, Cashew-Kernen und Erdnüssen.
Mögliche Anwendungsgebiete: Burnout-Syndrom, Depressionen, depressive Symptomatik bei Patienten mit Morbus Parkinson, alkohol-induzierte Depression, Osteoarthritis, Fibromyalgie, Lebererkrankungen.

Praxistipps

Die begleitende Gabe von Folsäure, Vitamin B6 und B12 ist bei jeder Anwendung von SAMe in mehrerlei Hinblick sinnvoll.

  • Die Bildung von Serotonin wird durch Vitamin B6 und B12 unterstützt.
  • Die Bildung von Dopamin und Noradrenalin wird durch Folsäure und Vitamin B12 unterstützt.
  • Im Rahmen des Stoffwechsels entsteht Homocystein, für dessen Entgiftung Folsäure und Vitamin B12 notwendig sind. So kann einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erankungen, Demenzen und neurokognitiven Störungen entgegengewirkt werden.
  • Bei Parkinsonpatienten gehen ein Mangel an SAMe und erhöhte Homocysteinspiegel oft Hand in Hand. Folsäure, Vitamin B6 und B12 sollten ergänzt werden, um einer mit L-Dopa assoziierten Hyperhomocysteinämie vorzubeugen. COMT-Hemmer wie Entacapon reduzieren dieses Risiko.

Arzneimittel

Wirkung

Ansprechraten der Antidepressiva steigen; Bedarf an Anti- depressiva sinkt

Mechanismus

Methylierung von Neurotransmittern steigt, Verfügbarkeit an Serotonin steigt; Zerebrale Polyaminsynthese steigt

Praxis-Tipp

2–4 x tgl. 400 mg SAMe oral

Wirkung

Ausgleich der erniedrigten SAMe-Konzentration unter Therapie mit L-Dopa

Mechanismus

SAMe ist Methylgruppengeber für die Methylierung von L-Dopa

Praxis-Tipp

Kombination mit Folsäure, Vitamin B6 und B12

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