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Nemogramm

Booster für die Augen

Physiologie: Lutein und Zea­xan­thin gehören zur Substanzklasse der Carotinoide. Dazu zählen mehr als 600 Einzelsubstanzen. Für den Menschen sind neben Lutein und Zeaxanthin Beta-Carotin, Lycopin, Cryptoxanthin und Alpha-Carotin bedeutend.
Carotinoide haben die Eigenschaft, dass sie sich in bestimmten Geweben bevorzugt anreichern. Lutein und Zeaxanthin liegen in der Netzhaut des Auges in weit höheren Konzentrationen vor als im Blut. Dabei dominiert Zeaxanthin. Besonders viel Lutein findet sich in der Macula lutea, der Stelle des schärfsten Sehens.
Die Netzhaut enthält aber nicht nur hohe Konzentrationen von Lutein und Zeaxanthin, sondern auch ungesättigte Fettsäuren. Diese werden durch die beiden Carotinoide gleich in zweierlei Hinsicht geschützt. Einerseits binden sie schädliche freie Radikale, die etwa durch oxidativen Stress bei Diabetes mellitus oder UV-Licht entstehen. So entfalten sie ihre antioxidative Wirkung, bevor es zu einer Zellschädigung kommt. Andererseits verhindern sie, wie Lichtfilter, photochemische Schäden. Lutein absorbiert Licht im Bereich von 445 nm, Zeaxanthin im Bereich von 451 nm. Das sind jene Bereiche des blauen Lichts, die als besonders zellschädigend gelten.

AMD und Katarakt: Die positiven Effekte von Lutein und Zeaxanthin bei der Entwicklung der altersabhängigen Makuladegeneration (= AMD) und dem grauen Star scheinen auf dem Schutz vor schädlichen Radikalen zu beruhen. Die Datenlage zeigt folgende Effekte:

  • Die Zufuhr carotinoidreicher Lebensmittel kann das Risiko, an einer AMD zu erkranken, um 43 Prozent senken.
  • Die Zufuhr einer Mischung von 10 bzw. 20 mg Lutein, 1 bzw. 2 mg Zeaxanthin und 255 bzw. 510 mg Omega-3-Fettsäuren kann bei Patienten mit trockener Makuladegeneration die Sehschärfe signifikant verbessern, die Dichte des Makulapigments erhöhen und sogar zu einer sichtbaren Verminderung von Drusen führen (LUTEGA-Studie).
  • Die Zufuhr einer Kombination von Vitamin C, Vitamin E, Kupfer, Zink, Lutein und Zeaxanthin kann bei fortgeschrittener AMD das Progressionsrisiko um 25 Prozent senken (AREDS-I und AREDS-II).

Health Claim: Für Lutein & Zeaxanthin liegt kein Health Claim vor.

Steckbrief

Lutein ist enthalten in dunkelgrünem Blattgemüse wie Kohl und Spinat, auch in Petersilie, Brokkoli, Erbsen, schwarzen Johannisbeeren, Heidelbeeren, Zwetschken und Eigelb.
Zeaxanthin ist enthalten in Mais, Fisolen und grünem Salat.
Mögliche Anwendungsgebiete: altersbedingte Makuladegeneration, Katarakt, gesundheitsfördernde Effekte im Alter.
Erhöhter Bedarf bei oxidativem Stress wie AMD und Rauchen, hoher Sonnenlic⇓↓htexposition, unzureichender Zufuhr über die Ernährung und Malabsorption wie bei Pankreatitis oder Leberinsuffizienz.

Praxistipps

Zur Prävention und Begleitung bei AMD und Katarakt steht eine caro­ti­noidhaltige Ernährung im Sinne von „Five-a-day“ mit viel Obst und Gemüse an oberster Stelle. Zusätzlich darf ein Carotinoid-Komplex mit Lutein und Zeaxanthin nicht fehlen. Im Sinne der Studienlage sollten diese mit anderen Antioxidanzien kombiniert werden. Weiters können Anthocyane, Quercetin, Vitamin B2 in einem Vitamin-B-Komplex, Alpha-Lipon­säure und Selen angedacht werden. Um die Entstehung freier Radikale durch Sonnenlicht zu minimieren, ist auf eine Sonnenbrille mit guten UV-Filtersystemen zu achten. Auch die Auswirkung von Bauchfett auf die AMD wurde untersucht. Eine Gewichtsreduktion kann diese um bis zu 59 Prozent senken.

Arzneimittel

Wirkung

Wechselwirkung: Hypovitaminosen fettlöslicher Vitamine und Carotinoide bei Langzeitanwendung

Mechanismus

Bindung von Gallensäuren durch Cholestyramin ↓hepatischer Gallensäurepool ↓ Resorption von Nahrungsfetten

Praxis-Tipp

Einnahmeabstand: Supplemente 1 h vor oder 4 h nach Cholestyramin

Wirkung

Wechselwirkung: Bioverfügbarkeit fettlöslicher Vitamine und Carotinoide sinkt

Mechanismus

Hemmung der gastrointestinalen Lipase ↓ Resorption von Nahrungsfetten

Praxis-Tipp

Einnahmeabstand: 2–3 h

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