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Nemogramm

Trio für die Gelenke

Methylsulfonylmethan, kurz MSM, unterstützt die Funktion von Chondroprotektiva wie Chondroitin und Glucosamin. Gemeinsam können sie den Bedarf für manche Schmerzmittel senken.

Physiologie: Chondroitin und Glucosamin sind wichtige Bestandteile der Proteoglykane. Sie sind Grundbaustoffe von Knorpeln, Sehnen und Bändern und sorgen für deren Elastizität.

Glucosamin ist besonders interessant, da es durch seinen Einfluss auf die Proteoglykansynthese für anabole Prozesse im Knorpel verantwortlich ist. Chemisch gesehen ist es ein Teil der Polysaccharidkette der Hyaluronsäure. Gleichzeitig hemmt Glucosamin katabole Vorgänge. Dadurch lässt sich die knorpelprotetive Wirkung erklären. Zusätzlich bewirkt Glucosamin eine Abnahme proinflammatorischer Zytokine. Daraus scheint sich die analgetische und die antientzündliche Wirkung zu erklären.

Chondroitin unterstützt die positiven Effekte von Glucosamin auf den Knorpel durch seine hohe Wasserbindungsfähigkeit.

MSM ist eine organische Schwefelverbindung, die den Körper mit wertvollem Schwefel versorgt. Dieser ist etwa für den Aufbau von Körpereiweiß erforderlich. Postuliert werden entzündungshemmende, schmerzlindernde und regenerierende Eigenschaften von Methylsulfonylmethan.

Health Claim: Für Chondroitin, Glucosamin und MSM liegen keine gesonderten Health Claims vor.

Steckbrief

  • Chondroitin ist eine uneinheitliche Substanz, liegt in unterschiedlichen Formen vor und variiert daher in verschiedenen Produkten. Vorwiegend wird es aus dem Knorpel von Kühen und Schweinen, gelegentlich auch aus dem von Fischen und Vögeln gewonnen.
  • Glucosamin kann vom Körper selbst gebildet werden, wird jedoch häufig aus dem Chitin von Krustentieren gewonnen. Deshalb ist bei Personen mit Schalentier-Allergien die nötige Vorsicht erforderlich!
  • MSM kommt in vielen pflanzlichen und tierischen Produkten vor. Eine gute Quelle sind Eier, Fleisch, Gemüse und Milchprodukte.

Praxistipps

  • Chondroprotektiva zeigen hinsichtlich der Schmerzreduktion und der Abnahme entzündlicher Prozesse keine akuten Effekte. Bei Patienten im Arthrose-Frühstadium könnten sie jedoch prophylaktisch und parallel zu einer anderen Behandlung angewendet werden.
  • Der Wirkung von Glucosamin tritt eher langsam ein. Um die Effektivität beurteilen zu können, erscheint es ratsam, diese nach zwei bis drei Einnahmemonaten zu kontrollieren.
  • Für Glucosamin konnten bei Langzeitanwendung von bis zu drei Jahren folgende positive Effekte beobachtet werden:
    • Hinweis auf eine Hemmung der Krankheitsprogression
    • Verbesserung klinischer Symptome, wie Schmerzempfinden, Steifheit und Funktionsfähigkeit der Gelenke
    • Abnahme der Notwendigkeit für Knie- und Hüftgelenksersatz
  • Die Kombination von Glucosamin, Chondroitin und MSM wurde mit einer Abnahme der COMP-Serumspiegel in Verbindung gebracht. Dabei handelt es sich um einen spezifischen Marker für Gelenkknorpeldestruktionen sowie deren Verlauf.
  • Die Tagesdosierungen sollten aufgeteilt und zu den Mahlzeiten eingenommen werden. In Studien wurden bis zu 750 mg Glucosamin zweimal und 1.250 mg MSM dreimal täglich eingenommen.
  • Auch Intervalltherapien wurden positiv beurteilt. Hier betrugen die Dosierungen bis zu 1.500 mg Glucosamin täglich für sechs bis acht Wochen. Darauf folgte eine dreiwöchige Einnahmepause.
  • In der Leitlinie der Europäischen Gesellschaft für Osteoporose- und Osteoarthritis-Therapie werden Chondroprotekiva in der Anfangsbehandlung der Kniegelenksarthrose positiv diskutiert.

Synergistische Wirkungen von Chondroprotektiva

Wirkung

Wechselwirkung: Bedarf an NSAR sinkt; Nebenwirkungen von NSAR sinken

Wechselwirkungen von Glucosamin

Wirkung

Wechselwirkung: INR-Erhöhung

Praxis-Tipp

Patienten engmaschig kontrollieren!

Wirkung

Wechselwirkung: Resorption der Tetrazykline steigt; Serumkonzentration der Tetrazykline steigt

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