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Teil 3: Wenn die Medikation Verwirrung stiftet

„High Risk Medicines“ erfordern gerade bei alten Patienten besondere Vorsicht, vor allem, wenn gleich mehrere kombiniert werden.(MM-Geriatrie Teil 3)

1 Zustand laut Pflegedokumentation

Heimbewohnerin Frau C., 83 J. (76 kg, 160 cm) ist mittels Rollstuhl mobil. Selbstständiges Gehen ist unmöglich, es bestehen massive Bewegungs­koordinationsstörungen. Medizinische Diagnosen: Hypertonie, Herzinsuffizienz, Vorhofflimmern, kardiale Dekompensation mit Pleuraergüssen, Adipositas, Mischdemenz (Mini-Mental-Status-Test vor zwei Jahren: 16 von 30 Punkten).
Die Pflege der Patientin ist massiv erschwert, da die vormals kooperative Heimbewohnerin aggressiv und verwirrt ist. Sie verweigert die Hilfe beim Anziehen und bei der Körperpflege, schreit, kratzt und leidet unter wahnhaften Vorstellungen. Trotz Ansetzen von Quetiapin und Dominal® forte im Lauf des Heimaufenthalts verschlechterte sich die Symptomatik. Körperlich bestehen ein schlechter Allgemeinzustand, Schwindel und Tagesmüdigkeit, Blutdruck regelmäßig 100/60 mmHg und darunter. Innerhalb von drei Jahren kam es zu 8 kg Gewichtszunahme. Vor fünf Monaten wurde aufgrund von Herzproblemen und eines Harnwegsinfekts ein Spitalsaufenthalt nötig.

Die derzeitige Medikation der Heimbewohnerin:

Bisoprolol /HCT 5 mg  ½-0-0-0
Donepezil Ftbl. 10 mg 1-0-0-0
Dominal® forte Ftbl. 80 mg 0-0-0-1
Lasix® ret. Kps. 30 mg 1-0-0-0
Lisinopril Tbl. 10 mg 1-0-0-0
Oleovit® D3 Tr 400 IE/Tr. 30 Tr. montags
Praxiten® Tbl. 15 mg 0-0-0-1
Quetiapin Ftbl. 25 mg 2-0-0-0
Seroquel XR® Ret.Tbl. 50 mg 0-0-2-0
Spirobene® Tbl. 50 mg 1-0-0-0

 

Zusätzlich wurden beim letzten Spitalsaufenthalt angesetzt:

Pantoprazol msr. Tbl. 20 mg 1-0-0-0
Valdoxan® Ftbl. 25 mg 0-0-0-1 (Steigerung auf 50 mg unter Transaminasenkontrolle)
Xarelto® Ftbl. 20 mg 1-0-0-0

 

Ein Absetzversuch von Praxiten® wurde empfohlen.

Hinweise: Die im Fall angeführten Fertigarzneimittel wurden wertfrei für die enthaltenen Wirkstoffe bzw. -kombinationen ausgewählt. Die genannten Produkte stehen damit für alle vergleichbaren Präparate.
Bei den Fallbeispielen handelt es sich um Lehrbeispiele, die möglichst praxisnah formuliert wurden. Es besteht daher keinerlei Abklärungsbedarf hinsich
tlich einer allfälligen Pharmakovigilanzmeldung. 

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