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Phytogramm

Pflanzenpower gegen Erkältung!

Purpur-Sonnenhutkraut (Echinaceae purpureae herba) hilft gerade im Herbst und Winter den Abwehrkräften auf die Sprünge.

Im Moment genießen wir noch den Altweibersommer. Um unseren Körper auf die Invasion von Erregern banaler Atemwegserkrankungen vorzubereiten und die Abwehr in Schwung zu bringen, hilft vorbeugend Echinacea purpurea.

Dieses Heilkraut enthält pheno­lische Verbindungen. Hauptanteil bilden Kaffeesäurederivate. Caftar- und Cichoriensäure sind in Summe mit mindestens 0,1 Prozent laut Ph. Eur. qualitätsbestimmend. Flavonoide und ätherisches Öl, Polysaccharide und Alkamide (Isobutylamide) wurden nachgewiesen. Als wirksamkeitsbestimmend gelten die letzten beiden Inhaltsstoffgruppen. Die immunstimulierende Wirkung von Echinacea purpurea über die Aktivierung des Komplementsystems durch die phenolischen Verbindungen ist belegt. Näher untersucht wurden die Arabinogalactanproteine, denen eine Bindung an humanen Leukozyten nachgewiesen werden konnte.1 Die Gruppe der Alkamide wirkt antiphlogistisch und hat aufgrund der ähnlichen Struktur mit körpereigenen Molekülen (Anandamid) positive Wirkung auf das Immunsystem über Interaktion mit dem Endocannabinoid-System. Untersuchungen an Echinacea-Extrakten zeigten auch direkt antivirale Wirkung
gegen Grippe- und Herpesviren.2
Klinische Studien kommen zu widersprüchlichen Ergebnissen. In Summe überwiegen positive Effekte von Presssäften und ethanolischen Extrakten des Purpur-Sonnenhuts hinsichtlich ihrer Wirkung bei Erkältungserkrankungen.

Wir können unseren Patienten guten Gewissens Zubereitungen aus Purpur-Sonnenhut empfehlen. Präparate mit hohen Extraktgehalten sind zu bevorzugen. Die Einnahme soll in voller Dosierung mit Beginn der ersten Symptome erfolgen und kann einen Ausbruch des Infekts verhindern. Wird dieses Ziel nicht erreicht, ist eine weitere Einnahme von bis zu zwei Wochen zur Reduktion der Erkrankungsdauer effektiv.

Cave: Keine Anwendung bei Hinweisen auf Unverträglichkeit gegen Korbblütler und bei rasch fortschreitenden Systemerkrankungen (z.B. Multiple Sklerose)

1 Thude S et al., Phytomed 2005: 425–7
2 Pleschka S et al., Virol. J. 2009: 197

Steckbrief

Stammpflanze:

Echinacea purpurea (L.) MOENCH

Familie:

Asteraceae

Verwendete Pflanzenteile:

getrocknete oberirdische Teile zur Zeit der Blüte, im Herbst geernteter und getrockneter Wurzelstock

Herkunft:

Nordamerika, in Europa in Kräutergärten etabliert, Kultivierung weltweit

Anwendungsgebiete, innerlich:

Zur Vorbeugung und Behandlung von Erkältungserkrankungen, bei Patienten mit bekannt wiederkehrenden Infekten. Zur kurzfristigen Behandlung von Erkrankungen der ableitenden Harnwege.

Anwendungsgebiete, äußerlich

Zur Behandlung kleinerer oberflächlicher Wunden

Monographien:

HMPC, ESCOP, Kommission E (nur innerlich)

Produktbeispiele

  • Echinacin®Liquidum Madaus (2,5ml=2ml Presssaft),
  • Echinacin®Capsetten Madaus (1 Pastille= 88,5mg Presssaft),
  • Esberitox® mono Tropfen (10g=6,4g Presssaft)
  • Echinacea Saft Schöneberger®
  • Esberitox®Compact Tbl. (Wurzel- und Krautextrakt),
  • Esberi-Efeu Hustensaft (ab 2 Jahren)
  • Echinaforce® Tropfen
  • Echinacin® Lipstick care and sun LF20
  • Echinacin®akut Madaus (Kombinationspräparat mit Echinacea Urtinktur)
  • Echinacea D6 DHU® Globuli oder Dilution
  • Apozema®Dreiklang Nr. 51 (Echinacea D4/D6/D12)
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