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Das Gold der Pharaonen!

Schwarzkümmelsamen (Nigellae semen) zeichnen sich nicht nur durch ihren ausgezeichneten Geschmack aus.

Wer hat schon einmal hervorragendes türkisches Fladenbrot gekauft und sich gefragt, was die schwarzen aromatischen „Körndln on top“ eigentlich sind? Es handelt sich um Schwarzkümmelsamen, eines der ältesten Gewürze des
Nahen Ostens. Mattschwarz und leicht bitter sind die Samenkörner, aber mit Kümmel nicht verwandt. Es handelt sich um eine zarte Ranunculaceae mit weißer Blüte, deren Samen ein perfektes Gewürz mit anis- oder muskatähnlichem Geschmack hervorbringen. Die Samen bergen wertvolles Öl. Wenn schon ägyptische Könige vor rund 4.000 Jahren mit vollen Flacons des Öls aus Nigella sativa bestattet wurden, hat das einen tieferen Hintergrund!

Hauptbestandteil des Samens ist das fette Öl mit 30–35 %. Es ist reich an Glycerinestern der Linolsäure und der Öl- und Palmitinsäure. Der Anteil an γ-Linolensäure beträgt bis zu 1 % und bei Arachidonsäure bis zu 0,4 %. Bemerkenswert ist der hohe Tocopherolgehalt mit bis zu 0,017 g pro 100 g Droge Nigella sativa. Rund 20 % Proteine, 35 % Kohlenhy­drate und Flavonoidglycoside (Triglycoside des Flavonoltyps) sind in der Droge nachgewiesen. Schwarzkümmelsamen enthalten bis zu 2,5 % ätherisches Öl, das vorwiegend aus Monoterpenen wie p-Cymen, α-Pinen und dem charakteristisch geruchsbildenden Thymochinon besteht. Dieses liegt laut Literatur auch als Polymer vor und wurde als Nigellon tituliert. Spuren von Isochinolinalkaloiden und Diterpenalkaloiden (Nigellaminen) wurden ebenfalls nachgewiesen. Ein geringer Saponingehalt und Steroide, z.B. He­deragenin, runden das Inhaltsstoffspektrum ab. Das isolierte α-Hederin wirkt bekannt anti­tumoral. Einige Studien über Schwarzkümmelöl zeigen positive Ergebnisse hinsichtlich antimikrobieller und immunmodulierender Wirkung.1 Deutlich positive Ergebnisse liefert eine Untersuchung an Patienten mit allergischen Erkrankungen, deren Symptome nach Einnahme von Schwarzkümmelöl stark zurückgingen.2

Das hochwertige Öl aus Nigella sativa können wir gut empfehlen. Besonderes Augenmerk liegt bei Patienten mit Autoimmunerkrankungen wie Psoriasis oder Neurodermitis. Als immunmodulierendes, sicheres Nahrungsergänzungsmittel kann das Öl zur Linderung der Beschwerden beitragen. Als Tagesdosis sind bis zu 80 mg Öl pro kg Körpergewicht empfohlen. Das entspricht ungefähr 25 Tropfen oder einem schwachen Esslöffel. Das qualitativ hochwertige und kaltgepresste fette Öl aus Nigellae semen hat oft einen ranzigen Geruch, welcher der Qualität aber nicht abträglich ist. Es sind die Terpen­oxide des ätherischen Öls, die diesen Geruch verursachen. Vertrauen wir bei richtiger Lagerung auf die Haltbarkeitsdaten der Hersteller! In geschmacksneutraler Kapselform ist die Dosierung mit 2 x 500 mg anzuraten. Auch eine Teezubereitung der Samen zur Förderung der Verdauung ist möglich. Er wirkt blähungsmildernd und gering harntreibend. Hierzu muss der Samen angestoßen werden, dann ca. 2 Teelöffel mit kochendem Wasser aufgegossen für 15 min ziehen lassen. Nicht zu vergessen ist der Einsatz des Schwarzkümmels als Gewürz im Rahmen einer nährstoffreichen Ernährung zur Gesunderhaltung. ■

1 Haq A et al., Int J Immunopharmacol 1999: 283–95
2 Kalus U et al., Phytother Res 2003: 1209–14

Steckbrief

Stammpflanze:

Nigella sativa L.

Familie:

Ranunculaceae

Verwendete Pflanzenteile:

kaltgepresstes Öl der reifen, getrockneten Samen

Geschmack:

bitter, danach scharf

Anwendungsbereiche:

Gewürz. Volksmedizinisch: als verdauungsförderndes Mittel, zur Stärkung des Immunsystems bei Erkältungserkrankungen, rheumatischen Erkrankungen und Allergien. Hautpflegemittel.

Monographien:

keine

Produktbeispiele

  • als Gewürz oder Teezubereitung
  • Fa. Biogena (500 mg/Kps.),
  • Fa. Bergland, Fa. Hübner
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